Fußball: Für GSV-Frauen wird's im DFB-Pokal ernst

Fußball : Für GSV-Frauen wird's im DFB-Pokal ernst

Das erste Pflichtspiel der neuen Saison bestreiten die Moerser Regionalliga-Fußballerinnen am Samstag im DFB-Pokal auf eigenem Platz gegen den TuS Wörrstadt. Der Zweitligist aus Rheinland-Pfalz holte den ersten DM-Titel bei den Frauen.

Nach einjähriger Abstinenz kehren die Fußballerinnen des GSV Moers wieder in den DFB-Pokal zurück. Das Team empfängt am Samstag den TuS Wörrstadt zum Spiel der ersten Hauptrunde. Der Anpfiff auf dem Kunstrasen am Solimare erfolgt um 16 Uhr. Bis dahin bleibt dem GSV noch eine Trainingseinheit, in der der neue Trainer sein Team auf den Gegner einschwören möchte. "Ich bin kein Tiefstapler", erklärt Friedel Baumann vor seiner Premiere an der Seitenlinie der Grafschafterinnen. "Ein Realist aber sehr wohl", fährt er fort. Und als solcher genügt ihm der Blick auf die vergangenen Monate um die Rollen vor dem Pokalspiel zu verteilen.

Während seine Auswahl erst in letzter Minute den Absturz aus der Regionalliga verhinderte, feierte das Team aus Wörrstadt den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Die Mannschaft um ihren Trainer Martin Wohlschlegel durfte dabei auf eine stolze Serie hinweisen. "Wörrstadt hat seine letzten neun Saisonspiele gewonnen", sagt sein Moerser Kollege und ahnt, dass der Aufsteiger aus Rheinhessen mit ganz stolzer Brust anreisen wird.

Stolz dürfen die Wörrstädterinnen auch auf die Rolle ihres Vereins in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs sein. 1973 gewann der TuS durch einen Endspielsieg gegen den FC Bayern München nämlich nicht nur die erste inoffizielle Deutsche Meisterschaft, sondern im Jahr darauf durch den Erfolg gegen Gelsenkirchen-Erle auch die erste offizielle. Doch so prominent der Gegner auch sein mag, freiwillig die weiße Fahne hissen will Baumann nicht: "Jedes Spiel fängt bei 0:0 an. Und wir werden es dem TuS so schwer wie möglich machen, um jeden Zentimeter kämpfen und dann sehen, was dabei herauskommt!"

Hört sich einfach an, verlangt dem Trainer aber noch die Aufgabe ab, das passende Personal für die zu bewältigende Pokalherausforderung zu bestimmen. Festlegen mag sich Baumann vor den heutigen letzten Trainingseindrücken noch nicht. Erkenntnisse gebracht haben dürfte der letzte Test, den der GSV ausgerechnet beim 1. FC Köln bestritt, der in einer Woche erster Kontrahent der Wörrstädterinnen in der 2. Liga sein wird. Beim 1:3 hat Janina Vogt den guten Eindruck des Moerser Teams mit einem Tor unterstrichen. An der Stürmerin, die in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Baumann und Borussia Mönchengladbach bereits in der Zweiten Bundesliga antrat, wird der Moerser Trainer auch morgen festhalten. Bei den weiteren sechs neuen Spielerinnen, mit denen vorigen Sonntag das Mannschaftsfoto aufgenommen wurde, ringt sich Baumann dann doch lieber zu einem "Jein" durch — das lässt dem Trainer noch alle Optionen offen. Sicher scheint aber, dass gänzlich unerwartet dann doch noch ein prominenter Name auf dem Spielberichtsbogen auftauchen wird. Melanie Krohnen, die bei ihrer Vorstellung als neue Moerser Co-Trainerin noch erklärte, sich lediglich auf die Arbeit am Spielfeldrand konzentrieren zu wollen, juckt es doch wieder in den Füßen. Die frühere Bundesligaspielerin, die in den Glanzzeiten des FCR Duisburg neben Inka Grings, Simone Laudehr und Linda Bresonik stürmte, soll mit ihrem feinen Passspiel die Kolleginnen in Szene setzen und für die Kreativität im Moerser Spiel sorgen. "Melanie hat mit der Mannschaft trainiert und ist auf diese Aufgabe vorbereitet", betont Baumann.

(dk)
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