Lokalsport: Frisbee-Spieler finden eine neue Heimat

Lokalsport: Frisbee-Spieler finden eine neue Heimat

Fair Play, Teamgeist und Kommunikation: Darauf kommt es beim Frisbee an. Werfen, fangen und verteidigen sind auch bei den Black Flies Niederrhein die Säulen dieser Sportart. Die Gruppe hat sich dem BSV Bönninghardt angeschlossen.

Stollenschuhe sind ganz wichtig, sonst rutscht man schnell auf dem Rasenplatz beim BSV Bönninghardt aus, wenn man losrennt, um die 175 Gramm schwere Scheibe zu fangen, die einem der Mitspieler in die Laufrichtung wirft. Schnell muss man sein und natürlich fangen können, sonst fliegt die Scheibe ins Leere oder auf den Boden. Und die gegnerische Mannschaft ist dann im Vorteil.

Das Ziel beim Frisbee erinnert an Football: Es gilt, die Scheibe über die gegnerische Linie in die Endzone zu bringen. Allerdings darf man sich die Scheibe nicht einfach unter den Arm klemmen und losrennen. Das Frisbee muss hinter der gegnerischen Linie vom eigenen Mitspieler gefangen werden. Erst dann zählt der Punkt. Und noch etwas unterscheidet diese Sportart vom Football. Es gibt keinen Schiedsrichter. Körperkontakt ist verboten, Fair Play, Teamgeist und Kommunikation stehen an oberster Stelle. Und: Mit dem Frisbee in der Hand hat der Spieler nur zehn Sekunden Zeit, jemanden aus seiner Mannschaft anzuspielen. Dabei darf er allerdings nur sternförmig einen Fuß bewegen, der andere muss fest auf der Erde bleiben.

Maren Bald (24) und ihr Freund Marius Borgmann (27) hatten die Idee, einen Frisbee-Verein zu gründen. "Wir haben mit Freunden oft gespielt, auf einer Wiese oder am Strand. Dann haben wir gehört, dass es Frisbee als Mannschaftssport gibt", sagt Bald. Schnell hatten die beiden Freunde mit im Boot, die genauso begeisterte Spieler sind wie sie selbst. Und bei der Suche nach einem Verein, dem sie sich anschließen könnten, liefen sie beim BSV Bönninghardt offene Türen ein.

Der Vorstand um Geschäftsführer und Ballwart Stefan Algra und den stellvertretenden Vorsitzenden Hans-Gerd Würfels nahm die junge Mannschaft im Verein auf. 15 Mitglieder hat die Abteilung inzwischen. Sie kommen aus Geldern, Bönninghardt, Alpen, Kapellen, Kevelaer, Sonsbeck und Xanten. Das jüngste ist 16, das älteste 35 Jahr alt. Black Flies Niederrhein nennt sich die Mannschaft. "Schwarze Fliege, das passt doch zum Niederrhein, bei den vielen Feldern und Bauernhöfen", sagt Maren Bald.

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Jeden Donnerstag von 19 bis 21 Uhr wird auf dem Rasenplatz auf der Hei gespielt, sieben gegen sieben. Das Feld ist 100 Meter lang und 37 Meter breit. Gewonnen hat, wer zuerst 15 Punkte verbucht oder nach 40 Minuten Spielzeit die meisten Treffer erzielt hat. Verteidigen (Manndeckung), werfen (Vorhand, Rückhand, overhead, Über-Kopf), fangen, sich frei laufen: Das sind die vier wichtigsten Säulen beim Frisbee. Die werden bei jedem Training geübt. Schnelligkeit und Ausdauer sollte man schon mitbringen. So ein Spiel ist anstrengend. "Man muss schon viel sprinten", sagt Maren Bald. Längst werden auch Weltmeisterschaften und Europameisterschaften im Frisbee ausgetragen. Es gibt außerdem einen Liga-Betrieb und jede Menge Fun-Turniere, an denen viele Frisbee-Vereine teilnehmen.

Denn der Sport ist nicht nur anstrengend, er macht auch jede Menge Spaß, wie man beim ersten offenen Probetraining auf der Hei gesehen hat, zu dem die Black Flies Niederrhein nicht nur Studenten der Hochschule Duisburg, die dort Frisbee spielen, sondern auch Interessierte eingeladen hatte.

Am 26. und 27. Mai wird es voll auf dem Bönninghardter Sportplatz. Dann richten die Black Flies Niederrhein ein großes Fun-Turnier aus, zu dem sich zwölf Teams aus Trier, Köln, Bielefeld, Bochum, Essen Duisburg, Göppingen und sogar aus Frankreich angemeldet haben. Ein Wochenende lang spielen sie mit- und gegeneinander. Außerhalb des Fußballfeldes schlagen die Spieler Zelte auf. Und Ghettoblaster stehen auch am Spielfeldrand, denn ohne Musik geht nichts beim Frisbee.

(RP)
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