Fußball: Fichte verliert 1:5 - und der Druck wird größer

Fußball : Fichte verliert 1:5 - und der Druck wird größer

Gegen Odenkirchen steht die Abwehr der Lintforter einmal mehr offen wie ein Scheunentor. Trainer Scholz wechselt auf sieben Positionen.

Die Hochburg der Durchhalteparolen ist derzeit unbestritten an der Lintforter Franzstraße positioniert. Trotz der erneut deprimierend deutlichen 1:5 (1:3)-Niederlage des dort beheimateten Fußball-Landesligisten Fichte Lintfort gegen den Mitaufsteiger Spvg. Odenkirchen erklärte Fichte-Coach Hartmut Scholz nach der Partie: "Am nächsten Sonntag gegen den Rheydter SV haben wir ein echtes Endspiel. Gewinnen wir das auch nicht, dann wird es uns wohl das Genick brechen." Allerdings hieß es in den letzten Wochen schon häufiger, dass der kommende Gegner ja zu packen sei. Die Tabelle sagt etwas ganz anderes aus: Acht Spiele, null Siege, 12:30 Tore. Das sind beinahe vier Gegentore pro Spiel — so etwas geht nicht gut, wenn sich im Defensivbereich nicht ganz schnell etwas Grundlegendes ändert.

Wieder wirbelte Scholz — teils auch gezwungenermaßen — seine Startelf durcheinander. Sascha Wicher kehrte ins Tor zurück, weil sich Michael Burda am Ellenbogen verletzt hat. Daneben standen mit Sebastian Balitzki, Kai Köstermann, Arjeton Krasniqi, Ziya Akcay, Baris Özcelik und Sercan Baloglu sechs Akteure in der Auflauftruppe, die in Straelen nicht von Beginn an spielten. Routinier Baloglu machte in der 35. Minute auch alles richtig, als er zum 1:1 traf. Aber nur wenig später vertändelte er vor dem eigenen Strafraum den Ball und verursachte so das 1:2 für Odenkirchen durch Ferdi Berberoglu, der schon das 1:0 für seine Farben nach ähnlicher Fahrlässigkeit durch Hendrik Fuchs ausgenutzt hatte. Zwar sah Wicher beide Male nicht gut aus, aber normalerweise gerät ein Torhüter erst gar nicht in solche Situationen. Das 1:3 aus Fichte-Blickwinkel kurz vor der Pause durch Sercan Salgin nach einem weiteren Stellungsfehler im Abwehrverbund der Lintforter war alles andere als Balsam auf die geschundene Seele der Platzbesitzer.

"In der Pause habe ich trotzdem versucht, das Positive hervorzuheben und meine Spieler auf eine Aufholjagd auszurichten", sagte Scholz achselzuckend nach der Partie. Aber Köstermann vergab zwei dicke Torchancen, und Odenkirchen erzielte nach einem weiteren Spaziergang durch die Fichte-Hintermannschaft das 4:1. Dieses Mal traf Akin Uslucan. Sein drittes Tor erzielte Berberoglu vom Kreidepunkt. Philipp Hasse hatte Nick Stefes gefoult.

Scholz saß die restliche Spielzeit gedankenversunken auf der Bank. "Nach dem 1:4 weißt du, das Ding ist gelaufen. Da gehen dir viele Gedanken durch den Kopf, die man sich auch vor dem Spiel macht. Wen stellt man gegen diesen Gegner auf und so weiter." Es sind keine einfachen Tage für den Mann, der Fichte souverän in die Landesliga geführt hat. Aber genau das scheint einige Zuschauer schon nicht mehr zu interessieren, die inzwischen nicht leise seine Demission fordern.

(RP)
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