Fichte Lintfort geht mit Ruhe in die Winterpause

Fußball in Kamp-Lintfort : Fichte mit Ruhe in die Winterpause

Der Landesliga-Aufsteiger hat ein gutes erstes Halbjahr hingelegt und steht  mit 24 Punkten auf Rang zehn.

Sechs Siege, sechs Unentschieden, sieben Niederlagen: Mit dieser Bilanz nach 19 Spielen geht Fußball-Landesligist TuS Fichte Lintfort in die Winterpause. Der Aufsteiger hat ein gutes erstes Halbjahr in neuer Umgebung hingelegt und verbringt die Feiertage mit 24 Punkten sowie einem positiven Torverhältnis von 25:23 auf Rang zehn.

„Vor der Saison hätte ich sofort unterschrieben, wenn mir jemand zum jetzigen Zeitpunkt diese Ausbeute angeboten hätte“, zeigt sich Fichte-Coach Sven Schützek im Großen und Ganzen zufrieden. „Aber man muss auch sehen, wie es bisher gelaufen ist. Ein paar Punkte mehr wären mit etwas mehr Konsequenz und Spielglück schon drin gewesen“, denkt er zum Beispiel an das Heimspiel gegen Genc Osman, als es nach einer 2:0-Pausenführung nur zu einem 2:2 für Lintfort reichte.

Zu Beginn der Spielzeit habe sein Team als Neuling noch reichlich Lehrgeld bezahlt, erinnert sich Schützek: „Wir mussten lernen, dass die Qualität der Gegner höher ist als in der Bezirksliga und dass Fehler viel schneller zu Gegentoren führen. Wir waren plötzlich nicht mehr ständig die Mannschaft, die das Spiel machen musste, sondern mussten zunächst mal dafür arbeiten, kein Tor zu kassieren“, erklärt der Trainer.

Das gelang seinem Team trotz zahlreicher personeller Wechsel aufgrund von Urlauben und Verletzungen im Saisonverlauf immer besser. Dabei entwickelte sich die Defensive zum Prunkstück des Aufsteigers. Mit nur 23 Gegentreffern stellt Fichte die drittbeste Abwehr der Liga hinter den Topteams aus Kray und Sonsbeck. Keeper Marian Gbur, der als einziger TuS-Akteur noch keine Spielminute verpasst hat, strahlt dahinter viel Sicherheit aus und parierte auch schon drei Strafstöße. Fünfmal spielte die Schützek-Elf schon „zu Null“, kassierte dazu nur in zwei Partien die bisher maximale Anzahl von drei „Einschlägen“. Ergebnis dieser starken Abwehrleistung: Aktuell weist das Team ein positives Torverhältnis auf, das im Vergleich zur Konkurrenz im Abstiegskampf noch wertvoll werden kann. Genau wie die Disziplin, die das Fichte-Team bislang an den Tag legt. Nur zwei Platzverweise gab es bislang: In Kray erwischte es Florian Ortstadt mit „Gelb-Rot“, in Klosterhardt sah Christian Skerwiderski „Rot“, als er von der Bank aus einem Teamkollegen zu Hilfe eilte und sich in eine Rudelbildung einmischte. „Das waren keine schlimmen Sachen oder bösen Fouls. Wir geben da ein gutes Bild ab“, freut sich Sven Schützek.

Weniger erfolgreich war die Offensivabteilung, denn 25 Treffer sind nur unterer Ligaschnitt. Herausragender Angreifer ist Florian Ortstadt, der in 16 Spielen neunmal getroffen und zudem fünf Assists geleistet hat. Außenverteidiger Baris Özcelik konnte immerhin schon vier Tore seiner Teamkollegen vorbereiten.

„Nicht das Generieren, sondern das Ausnutzen von Torchancen war ein wenig unser Manko“, sagt Sven Schützek. „Wir brauchen noch einen oder zwei Spieler, die solche Werte wie Florian Ortstadt erreichen. Aber einen Torjäger sucht so gut wie jeder Verein bis rauf zur Bundesliga“, hält der Coach die Augen offen. „Wir suchen noch zwei bis drei neue Leute und sind in Gesprächen“, kann er allerdings noch keinen Vollzug vermelden.

Am 13. Januar nehmen die Lintforter das Training wieder auf, anschließend stehen auch sieben Testspiele auf dem Programm. An der Fitness werden die Lintforter auch mit einem neuen Athletiktrainer noch intensiver arbeiten. „Er wird uns unterstützen und die Jungs in Gruppen anleiten“, freut sich Sven Schützek auf neue Impulse.

Diese wird er auch im Bereich Taktik setzen, nachdem die Lintforter bislang im 4-2-3-1-System aufgetreten sind. „Wir brauchen mehr Flexibilität in unserem Spiel, weil sich die erfahrenen Gegner in dieser Liga gut auf uns einstellen können. Da werden wir uns etwas einfallen lassen und einige neue Varianten einüben“, kündigt der Lintforter Coach außerdem an.

Schließlich will er auch die Führung in der „inoffiziellen Nachbarschaftswertung“ verteidigen. Gegenüber den Lokalrivalen GSV Moers und SV Scherpenberg hat Lintfort momentan schließlich tabellarisch die Nase vorn. „Da schauen die anderen auch drauf, das weiß ich. Wir sind in diesem Vergleich die Nummer eins, das gefällt uns natürlich gut“, will Schützek die Konkurrenten bis zum Sommer hinter sich halten.

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