Fichte ist eine einzige Baustelle

Fußball in Kamp-Lintfort : Fichte-Kader ist noch nicht komplett

Trainer Sven Schützek sucht vor der am Sonntagabend endenden Spielerwechselfrist noch einen Innenverteidiger.

Die Fichte-freie Zeit war für Sven Schützek kurz. Doch dem Trainer des Lintforter Fußball-Landesligisten reichten vier Tage ohne den Verein aus, um nach eigenem Bekunden den Kopf frei und den Akku voll zu bekommen. „Ich freue mich schon auf den Vorbereitungsstart am 7. Juli, auch wenn die Mannschaft aufgrund unserer bewusst vielen Spielerwechsel erst einmal eine einzige Baustelle sein wird“, betont der 42-jährige Projektmanager kurz vor dem Ende der Wechselfrist, die im Amateurfußball bekanntlich am Sonntagabend ausläuft.

Dass es bis dahin noch schmerzhafte Abgänge geben wird, glaubt Schützek nicht: „Signale in diese Richtung habe ich keine empfangen. Wir haben auch nur einen Abgang, der weh tut: Kapitän Leslie Rume. Den kann man nicht ersetzen. Aber vielleicht tut sich auf der Habenseite noch etwas. Wir hätten gern einen guten Innenverteidiger.“

Gerade die Defensive inklusive der Sechser-Position besetzt der Trainer neu. Ein Schlüsselspieler könnte der in der Oberliga erfahrene Jonas Haub vom VfB Homberg sein. Oder Jerome Manca, der ebenfalls aus Homberg zum TuS Fichte stößt.

Vorn baut Trainer Schützek auf den Repelener Torjäger Arjeton Krasniqi. „Er hat erstmals seit langem eine komplette Saison durchziehen können und war nicht als Berufspendler beeinträchtigt. Da hat man dann gesehen, was in ihm steckt“, sagt Schützek. Exakter: 21 Treffer in 29 Bezirksliga-Spielen.

Natürlich dürften auch auf dem Scherpenberger Mittelfeld-Strategen El Houcine Bougjdi die Hoffnungen ruhen. Einerseits aufgrund seines Spielvermögens, andererseits wegen seiner Erfahrung im etwas höherklassigen Amateurfußball.

Einen ganz jungen Spielmacher hätte Sven Schützek für Fichte gern verpflichtet. „Nach dem Abstieg des GSV Moers in die Bezirksliga hatten wir uns auch mit Lukas Gizinski getroffen“, verrät der Trainer. Doch der 19-jährige ehemalige Junioren-Bundesligaspieler entschied sich für Ligakonkurrent SV Sonsbeck. „Dessen Angebot war besser“, versichert Schützek, der bei Fichte das Amt des Sportlichen Leiters auch inne hat.

Sonsbeck wird in der neuen Landesliga-Saison ab 11. August eine der wenigen bekannten Variablen sein. Fichte bekommt es mit gleich elf neuen Gegnern zu tun. „Das ist Fluch und Segen zugleich. Wir müssen viele Infos sammeln. Dafür kennen die meisten Konkurrenten uns aber auch nicht“, sagt Schützek.

In der Bezirksliga torhungrig: Repelens Arjeton Krasniqi (l.). Voskresens. Foto: Voskresens.

Genau deshalb fällt es ihm schwer, eine Prognose abzugeben. Als Favoriten werden der 1. FC Mönchengladbach, SC Kapellen-Erft und Teutonia St. Tönis gehandelt. „Klar ist schon, dass wir weiter fahren müssen“, so Schützek. Der kritisiert, dass es erneut mit einer Englischen Woche losgeht: 11., 14. und 18. August, macht drei Spiele in acht Tagen. „Wäre gut, wenn wir an dem Mittwoch nicht 60 oder 70 Kilometer reisen müssten.“ Der Spielplan wird in zwei Wochen erwartet.

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