Fußball: Fichte erwartet Nettetal zum Aufsteiger-Duell

Fußball : Fichte erwartet Nettetal zum Aufsteiger-Duell

Viele Chancen hat Fußball-Landesligist Lintfort vor der Winterpause nicht mehr, um zu siegen. Morgen soll's daheim endlich klappen.

Nach dem 0:10-Debakel am vergangenen Wochenende beim 1. FC Mönchengladbach war Dietmar Heydrich in erster Linie als Psychologe gefragt. "Ich habe viele ausführliche Gespräche geführt", sagt der Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Fichte Lintfort, "natürlich waren alle geknickt, ich auch. Aber jetzt erwarte ich eine Trotzreaktion, die muss von jedem kommen". Schließlich hat das Tabellenschlusslicht bis zum Beginn der Winterpause gerade mal noch drei Spieltage Zeit, um den so heiß ersehnten ersten Saisonsieg einzufahren. Da bietet sich das morgige Heimspiel (15.15 Uhr) gegen Mitaufsteiger Union Nettetal geradezu an, um eine Erfolgsserie zu starten. Denn nur die ließe den Rückstand auf die rettenden Plätze auf ein erträgliches Maß schrumpfen.

"Die Jungs müssen endlich Selbstvertrauen tanken. Ständige Negativerlebnisse tun weh. Zu Hause gegen solch einen Gegner sind die Voraussetzungen jedenfalls optimal", betont wohl wissend, wohlwissend, dass die Nettetaler mit einem Sieg im Rücken anreisen. Der 2:1-Erfolg am vergangenen Wochenende daheim gegen den TSV Wachtendonk/Wankum hat die Mannschaft von Trainer Dieter Hußmanns erst einmal ein ganzes Stück von der Abstiegszone weggebracht. 15 Punkte hat die Union bislang gesammelt, dabei 26 Tore geschossen und 25 kassiert. Das lässt schon erahnen, wo die Gäste ihre größten Qualitäten besitzen. "Nettetal verfügt über einen starken Mittelstürmer und das offensive Mittelfeld dahinter kann sich auch sehen lassen", weiß Fichte-Coach Dietmar Heydrich. Weitere Zahlen belegen das, Stürmer Burhan Sahin rangiert mit sieben Treffern in der Torjägerliste ziemlich weit vorne, Michael Enger aus der Zentrale ist mit sechs Toren nur unwesentlich schlechter.

Da lässt es eher nichts Gutes erahnen, wenn diese geballte Offensivkraft morgen auf die mit Abstand schlechteste Defensive der Liga trifft (Torverhältnis 14:51). Klar, dass Heydrich genau da den Hebel ansetzen will. Der in Mönchengladbach grandios gescheiterte Versuch, hinten mit einer Dreierkette zu agieren, soll nicht noch mal unternommen werden. "Wir überlegen und basteln noch, wie wir die Viererkette zusammenstellen wollen", verrät der Lintforter Trainer. Feststeht allerdings, dass der wiedergenesene Sebastian Balitzki das zentrale Glied sein soll. Dagegen wird Marc-André Debernitz von seinem wegen Personalmangels auferlegten Job in der Abwehr befreit und wieder nach vorne beordert. Seine Offensivkraft sieht Heydrich dort wesentlich besser aufgehoben. Zumal gegen die Nettetalern, wo der Trainer eine deutliche Schwäche ausgemacht hat: "Die liegt eindeutig in der Rückwärtsbewegung."

(RP)
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