Fechten: Nils Fabinger ist derzeit in bestechender Form

Fechten : Nils Fabinger setzt ein Ausrufezeichen

Das große Fecht-Talent des FC Moers beeindruckt bei den Turnieren in München und Burgsteinfurt. Er darf nun an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Auch seine Vereinskameraden zeigen ansprechende Leistungen.

Nils Fabinger vom Fechtclub Moers ist derzeit in einer unglaublichen Form. Innerhalb einer Woche stellte er dies gleich zweimal unter Beweis. Bei Turnieren in München und jetzt in Burgsteinfurt erreichte er jeweils das Finale.

Beim A-Jugend Ranglistenturnier in München mit über 150 Teilnehmern gingen neben Nils Fabinger auch Alexander Hilbrandt, Maximilian Jobst, Nick Emde-Marbach, Fabian Heuser und Simon Polotzek vom FCM an den Start. Insbesondere Simon Polotzek konnte mit dem Erreichen der Runde der besten 64 Fechter ein Ausrufezeichen setzen. Aber auch die anderen zumeist sehr jungen Moerser Fechter zeigten starke Leistungen, erreichten alle die Hauptrunde. Für Nils Fabinger allerdings waren die Ziele weit höher gesteckt. Ein Platz unter den Top acht der deutschen A-Jugendlichen sollte es schon sein. Um so erfreulicher war der Einzug in das Finale. Auch wenn er dort dem Quernheimer Justin Arndt knapp mit 11:15 unterlag, sammelte Fabinger wichtige Punkte für die Deutsche A-Jugend Rangliste.

Da sollten in Burgsteinfurt noch einige dazu kommen. Am ersten Tag startete Fabinger mit seinem Vereinskameraden Niklas Stieren sowie den für Düsseldorf startenden Tim Sauermann bei den Aktiven. Hier hingen die Trauben für das junge Moerser Team natürlich extrem hoch. Mit Benjamin Kleibrink, André Sanita und Jörg Dörr waren unter anderem die zur Zeit besten deutschen Florettfechter am Start des mit über 100 Fechtern gut besetzten Feldes.

Alle drei Moerser erreichten die Hauptrunde. Zuerst erwische es Niklas Stieren. Er schied auf Rang 76 aus. Eine Runde weiter ging es für Tim Sauermann und Nils Fabinger. In der Runde der letzten 64 Fechter musste Tim Sauermann die Segel streichen. Mit Platz 34 konnte er aber sehr zufrieden sein. In der nächsten Runde war auch für Nils Fabinger Schluss. Er verabschiedete sich mit einem sehr guten 23. Rang und Punkten auf der Aktiven- und Junioren-Rangliste aus dem Turnier.

Das machte natürlich Hoffnung für Tag zwei. Dort standen die drei Musketiere an gleicher Stelle beim Steinfurter Schloss auf der Bahn. Erneut erreichten alle drei Fechter die K.o.-Runde. Während Nils Fabinger für seine gute Vorrunde ein Freilos erhielt, mussten Niklas Stieren und Tim Sauermann gleich auf die Bahn. Sauermann konnte Jose Antolin Neumann aus Jena klar mit 15:7 bezwingen. Stieren war mit einem 15:11-Sieg über Valentin Rafalzyk aus Soltau erfolgreich. Beide schieden allerdings in der nächsten Runde aus.

Sauermann musste sich Nathan Wriedt aus Tauberbischofsheim geschlagen geben und belegte Rang 50 während Niklas Stieren in einem engen Gefecht gegen Aaron Weidemüller aus Weinheim mit 13:15 den Kürzeren zog und auf Platz 43 das Turnier beendete. Nils Fabinger hingegen ließ dem Berliner Noah Dahms bei seinem 15:4 Sieg nicht den Hauch einer Chance und erreichte die Runde der letzten 32. Hier wartete mit Sebastiano Gröteke aus Weinheim ein sehr starker Gegner, immerhin war Gröteke nach der Vorrunde an Position sechs gesetzt. Am Ende stand ein klares 15:8 für Nils Fabinger und der Sprung unter die letzten 16 war geschafft. Maurice Degler aus Berlin konnte immerhin einen Treffer mehr gegen das Moerser Ausnahmetalent setzen. Er musste sich am Ende aber mit 9:15 geschlagen geben. Das war gleichzeitig für Fabinger der Einzug in das Finale der besten acht Fechter.

Dort wartete der Bonner Martin Wiemann. Auch der gebürtige Duisburger konnte Nils Fabinger an diesem Tag nicht gefährlich werden. 15:10 für Fabinger bedeuteten den Einzug in das Halbfinale und die sichere Bronzemedaille. Nun kam es zum direkten Duell eines Mitkonkurrenten um die Teilnahme an europäischen Wettbewerben. Arwen Borowiak aus Tauberbischofsheim gilt als einer der zur Zeit besten A-Jugendlichen in Deutschland und belegt Platz eins der derzeitigen A-Jugend-Rangliste. Und erneut zeigte Fabinger, dass er ganz nach oben möchte. Knapp, aber verdient, konnte Nils Fabinger das Gefecht mit 15:12 für sich entscheiden.

Im nun folgenden Finale gegen Luis Klein, ebenfalls aus Tauberbischofsheim und die Nummer eins auf der Deutschen Junioren-Rangliste, fehlten dem jungen Moerser Fabinger allerdings die nötigen Kräfte und so musste er sich geschlagen geben. „Nils hat derzeit einen tollen Lauf und ist in guter Form. Es freut mich natürlich dass er sich für internationale Turnier qualifiziert hat“, so ein glücklicher Trainer Matthias Block, der aber auch mahnende Worte findet. „Dies bedeutet aber natürlich auch eine zunehmende Belastung für Nils. Wir sollten also jetzt nicht abheben und den Druck auf jeden Fall nicht erhöhen. Er ist noch sehr jung.“

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