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Lokalsport: Europameister mit Weltrekord

Lokalsport : Europameister mit Weltrekord

Leichtathletik: Der Moerser Wolfgang Ritte holt sich bei den Europameisterschaften der Senioren in Madrid den Titel im Stabhochsprung mit der Weltrekordhöhe von 3,96 Meter. Ute Ritte siegt im Weitsprung. Zwei weitere Medaillen.

Alle zwei Jahre ermitteln die besten europäischen Leichtathletik-Senioren bei den "European Masters Athletics Championships Indoor" ihre Hallen-Europameister. Mit dem Gallur Municipal Sports Centre in der spanischen Metropole Madrid fanden die knapp 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 40 europäischen Nationen eine der schönsten Leichtathletikhallen Europas vor.

Zum deutschen Team gehörten auch die Moerser Stabhochsprungspezialisten der Familie Ritte. Als Deutsche Meister in ihren jeweiligen Altersklassen gingen sie auch mit entsprechenden Erwartungen in ihre Wettkämpfe. Gedämpft wurden diese jedoch für Christina, Dr. Thomas Ritte und Timo Ritte. Alle drei mussten sich grippegeschwächt der Konkurrenz stellen.

So verabschiedete sich Thomas Ritte schon frühzeitig von seinem Traum, seinen vor zwei Jahren im italienischen Ancona errungenen Europameister-Titel zu verteidigen. Mit 4,60 Meter, die der 39jährige Arzt erst im dritten Versuch übersprang, musste er sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Timo Ritte scheiterte in dieser Konkurrenz bereits bei 3,20 Meter.

Besser lief es dagegen für seine Frau Christina (W35). Obwohl ebenfalls grippegeschwächt, gelang ihr bis zur Höhe von 3,10 Meter ein fehlerloser Wettkampf. Damit sicherte sie sich schließlich mit Bronze auch die ersehnte Medaille.

In glänzender Form präsentierten sich in Madrid Ute und Wolfgang Ritte. Nachdem Wolfgang (M 65) schon im Januar mit 3,95 Meter in Potsdam einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte, war er natürlich bei diesen Europameisterschaften auch der erste Anwärter auf die Goldmedaille. Hieran ließ er auch im Verlauf des Wettkampfes keinen Zweifel aufkommen. 3,30 m, 3,50 m, 3,70 m und auch 3,80 m übersprang er jeweils ganz sicher im ersten Versuch.

Als es schließlich galt, mit 3,96 Meter den ersten Weltrekord bei diese Europameisterschaft aufzustellen, blieb er weiterhin cool und übersprang die neue Weltbestmarke ebenfalls auf Anhieb.

Ähnlich souverän lief anfangs auch die Konkurrenz für Ute Ritte. Die 66-Jährige blieb bis einschließlich 2,50 m auch ohne Fehlversuch. Allerdings hatte sie mit der Britin Sue Yeomans eine gleichstarke Gegnerin, die am Ende über sich hinauswuchs und mit übersprungenen 2,60 Meter Ute Ritte auf Platz zwei verwies.

Die Moerserin nahm die "Niederlage" gegen die Britin sportlich und konzentrierte sich nun ganz auf ihren Weitsprungwettkampf. Im vierten Versuch traf sie optimal den Absprungbalken und übernahm mit 3,77 Meter die Führung, die sie bis zum Ende nicht mehr abgab.

Nun galt es für Ehemann Wolfgang, es seiner Frau gleichzutun. Nach der Goldmedaille im Stabhochsprung sollte nun auch im Hürdensprint eine weitere Medaille hinzukommen. Souverän entschied der Moerser den Vorlauf für sich und qualifizierte sich direkt fürs Finale. Hier musste er sich nur dem amtierende Weltmeister Henryk Symura aus Polen geschlagen geben.

(RP)