Volleyball: Ein sensationeller Durchbruch für Stein

Volleyball: Ein sensationeller Durchbruch für Stein

Der Neuzugang des Volleyball-Bundesligisten Moerser SC, Itamar Stein, siedelte mit seiner Familie von Bottrop nach Moers um. Mit seiner Routine und seinen Allrounder-Qualitäten dürfte er für die Adler eine wichtige Verstärkung sein.

Mit Itamar Stein kommt nicht nur der Spitzenreiter der Scorer-Statistik in der Deutschen Volleyball-Liga, es kommt ein Spieler in den ENNI-Sportpark, der über ausgezeichnete Allround-Qualitäten verfügt und jede Menge internationale Erfahrung hat. Der richtige Mann für die geplante Aufholjagd in der Bundesliga bei den Adlern also. Stein kommt aus einer ausgesprochen sportlichen Familie. Sein Vater war begeisterter Volleyballer, sein Bruder Alex spielte lange in Holland in der Ehrendivision und seine jüngste Schwester steht im erweiterter Kader der israelischen Nationalmannschaft, die von Trainer-Guru Arie Selinger betreut wird. Der niederländische Erfolgscoach wohnte in unmittelbarer Nähe in einem Nachbar-Kibbuz der Familie Stein.

Seine Volleyball Karriere startete Itamar bei Hapoel Mate Asher, einer Mannschaft, die es auch schon einmal in den Europapokal schaffte. Es ist der Club, der auch von Selinger betreut wurde. Kurze Zeit später startete Stein seine Auslandskarriere: Drei Jahre in den Niederlanden, vier Jahre in Frankreich, ein Jahr wieder in Israel und dann ein ganzes und ein knappes halbes Jahr in Bottrop — mit ziemlich schwierigen Erfahrungen. "Es war schlimm, aber ich will nicht drüber sprechen," so Stein eher zurückhaltend.

In all den vielen Jahren mit professionellem Volleyballsport ist der Israeli — und dies ist wohl seine herausragende Eigenschaft — zu einem echten, hoch qualifizierten Allrounder geworden. Stein: "Ich verstehe das Spiel, ich verstehe die unterschiedlichen Rollen, und ich kann mich darauf einstellen." In der Tat: Er spielte schon auf der Annahme-/Außenposition sowie über längere Zeit in der Mitte. In Bottrop stellte ihn Trainer und Ex-Adler Aleksov als Diagonalangreifer auf. Stein avancierte in der Bundesliga bislang zum "Best Scorer". Ein sensationeller Durchbruch.

Nun will er für den Moerser SC Vollgas geben. Er wird wieder auf der diagonalen Position des Hauptangreifers spielen — die Position, die er auch in der israelischen Nationalmannschaft bekleidet. Bedauerlich aus Sicht der Adler ist es, dass die Eingliederung des Neuzugangs und die Vorbereitung auf das eminent wichtige Spiel gegen Düren so holprig verläuft. Neuzugang Pedro Rangel steht vorläufig nicht zur Verfügung, und beim ersten Testspiel fehlte auch noch Tobias Neumann. Die Zeit wird knapp, um eine Synchronisierung mit seinen Nebenleuten noch einigermaßen hinzubekommen.

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Aber der 30-jährige Routinier blickt mit Optimismus in die Zukunft: "In bin glücklich in Moers zu sein und ich freue mich darauf, mit dem Team zu arbeiten und soviel zu helfen, wie ich es leisten kann. Ich denke die Mannschaft hat großes Potenzial. Das kann nur durch gemeinsame Arbeit erschlossen werden und mit gegenseitiger Hilfe." Eine weitere Stärke von Itamar Stein: "Ich bin ein Teamplayer, achte auf die Stimmung im Team. Ich will immer das Beste für die Mannschaft rausholen."

Fest steht: Stein ist ein Ballspieler durch und durch und nimmt seine Rolle als Profi-Volleyballer außerordentlich ernst. Neben dem Sport liegt seine ganze Konzentration auf seiner jungen Familie. Vor acht Monaten brachte seine Frau Thereza Töchterchen Mia zur Welt. Die Kleine ist ein echter Wonneproppen. Wer Mia erlebt hat, wie sie ihren Möhrenbrei im Raum verbreitet, bekommt eine Ahnung davon, wie groß die Reichweite von Neuzugang Itamar Stein ist — beträchtlich.

Die Tschechin Thereza lernte der Profi in Frankreich kennen, als er mit deren Bruder in Beauvais gemeinsam in einer Mannschaft spielte. "In meinem jetzigen Leben gibt es nur zwei Schwerpunkte: Meine Familie und den Moerser SC. Mit beiden bin ich sehr zufrieden, und beide sorgen für gegenseitig positive Vibrations."

(RP)
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