Volleyball: Ein Riesentalent kehrt zurück

Volleyball: Ein Riesentalent kehrt zurück

Bei evivo Düren kam Tobias Neumann nur sporadisch zum Einsatz. In Moers will es der erst 19-jährige Zuspieler allen Kritikern zeigen. Neben dem Sport absolviert er auch seinen Zivildienst in einem Krankenhaus der Grafenstadt.

Manche Beobachter sprechen im Zusammenhang mit dem Neuzugang des Moerser SC, Tobias Neumann, von einem Riesentalent. Und das ist nicht auf seine für einen Zuspieler exponierte Körpergröße von 2,04 Metern gemünzt. Der 19-jährige Volleyballspieler kommt zur neuen Saison vom Bundesliga-Konkurrenten evivo Düren in die Grafenstadt. Man könnte auch sagen: kommt zurück. Denn als Jugendlicher spielte er bereits bei den Nachwuchs-„Adlern“ und hat am Niederrhein nach wie vor einen guten Ruf. MSC-Präsident Günter Krivec persönlich war seinerzeit sein Trainer. Klar, dass der Vereins-Chef den gebürtigen Dürener nie aus den Augen verloren hat.

Eine besondere Variante

Seine Länge könnte ein großer Vorteil für das Spiel der Moerser werden. Denn Neumann beherrscht das eminent schnelle Zuspiel oberhalb der Netzkante – eine Variante, die man vom MSC bilsnag nicht kannte. Mit Ausnahme des einen Jahres, als Peter Blangé für die Moerser spielte. Auch der Olympiasieger von Atlanta und heutige Trainer der niederländischen Nationalmannschaft hatte solche Fähigkeiten. Die Raffinesse und die ausgefeilte Technik Blangés ist in Moers bis heute allerdings unerreicht. Vielleicht kann Neumann ja einmal in dessen Fußstapfen treten. Mit dem ebenfalls neu in Moers antretenden Roland Rademaker muss er sich allerdings zunächst noch duellieren.

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Konkurrenz belebt das Geschäft heißt es ja in solchen Situationen. Möglicherweise gereicht dies dem MSC ja zum Vorteil , denn hoch motiviert dürften beide Regisseure in die neue Saison gehen. Intensiv und mit großer Ernsthaftigkeit präsentierte sich der Ex-Dürener bereits beim Krafttraining, während Rademaker noch im Urlaub nach seinen European-League-Einsätzen weilt.

Nach seinem Abitur steht für den Nachwuchsmann nun eine weitere anstrengende Phase ins Haus. Neben seiner sportlichen Aufgabe muss er nämlich seinen Zivildienst leisten. Im Moerser St. Josef-Krankenhaus absolviert er diese Zeit und sagt: „Ich hoffe, dass ich Beides auf die Reihe bekomme.“

In der Grafenstadt dürfte sich Neumann, dessen Bruder Tobias bereits unter Trainer Igor Arbutina beim MSC Libero spielte, schnell wohl fühlen und zurecht finden. Ein kleines Appartement in der Innenstadt hat er bereits bezogen und sein Urteil über die Stadt fällt positiv aus: „Moers ist schöner als Düren.“ Ein Seitenhieb vielleicht auch gegen seinen Ex-Club, bei dem er nur eine überschaubare Anzahl von Einsätzen hatte? Trainer Mirko Culic zog dem jungen Nachwuchsspieler meist Routinier Ilja Wiederschein vor. Bald kann Neumann zeigen, was in ihm steckt.

(RP)
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