Handball: Ein Leben ohne den Handball

Handball : Ein Leben ohne den Handball

Nach 26 Jahren hat Marion Bauer-Spickermann dem Sport adieu gesagt und ist darüber verwundert, dass ihre Sehnsucht schon nach kürzester Zeit stark nachgelassen hat. Auf dem Bauernhof gibt es viel Arbeit mit den Tieren.

Bis vor wenigen Wochen konnte sich Marion Bauer-Spickermann ein Leben ohne Handball eigentlich gar nicht vorstellen, und dennoch verabschiedete sich am Saisonende von ihrem heiß geliebten Sport, in dem sie zuletzt gemeinsam mit Uli Brunotte als Trainerin für die Handballfrauen des SV Neukirchen in der Verbandsliga aktiv war. „In meinen Gedanken wollte ich mir den Tag, an dem ich mit dem Handball aufhöre, gar nicht vorstellen“, sagt die kaufmännische Angestellte. „Den Handball habe ich immer allen anderen Dingen vorgezogen. Selbst auf der Taufe meines Patenkindes war ich nur für ganz kurze Zeit, weil ich an diesem Tag ja auch noch spielen musste.“

Keine Sehnsucht

Dennoch wagte die gebürtige Oberhausenerin diesen Weg nach 26 Jahren. „Ich wollte einfach mehr Zeit mit meiner Frau Karina verbringen und muss gestehen, dass meine Handball-Sehnsucht schon nach dieser kurzen Zeit sehr klein geworden ist.“

Dabei sah es in ihren Kindertagen gar nicht danach aus, dass sie überhaupt eine Sportart mit dieser Intensität betreiben könnte. Denn seit ihrer Geburt leidet Marion Bauer-Spickermann an einer seltenen Stoffwechselkrankheit, die zu ihrem Leidwesen auch noch sehr spät erkannt wurde. Die Auswirkungen waren in frühen Jahren bereits eine deutliche Fehlstellung der Knochen. Zudem wollte die nie aufgebende Sportlerin anfangs Fußball spielen, was ihre Mutter ihr jedoch verbot. Den Handballsport allerdings erlaubte sie ihrer Tochter.

Nach ihrem Abschiedsspiel schränkte Marion Bauer-Spickermann ihre sportlichen Aktivitäten deutlich ein. „Ich sollte viel Fahrrad fahren, um meine Muskulatur in Form zu halten, habe in letzter Zeit allerdings etwas geschlampt“, gesteht die sympathische Sportlerin. „Für die nächste Zeit habe ich mir aber vorgenommen, deutlich mehr zu machen.“ Dazu gehört neben dem Fahrradfahren auch, dass sie sich mit ihren ehemaligen sportlichen Wegbegleiterinnen aus Neukirchener Zeiten, Nicole Pfeiffer, Kerstin Ehrenberger und Sabine Rose einmal in der Woche zum Walken treffen will.

Das Mehr an Freizeit nutzt die kaufmännische Angestellte auch, um sich mehr um ihre Tiere zu kümmern. Gemeinsam mit ihrer Frau Karina Bauer, mit der sie bereits seit fünf Jahren verheiratet ist, und zwei weiteren Parteien wohnt sie auf einem Bauernhof in Neukirchen-Vluyn, wo neben einem Hund auch Hühner, Enten, Schweine und Katzen zu betreuen sind.

Außerdem freut sie sich bereits jetzt auf ihren Skiurlaub, den sie bei ihrer ehemaligen SVN- Mannschaftskollegin Heike Lachmayer (ehemals Biefang) in Krimml im Salzburger Land verbringen wird. Vorher feiert sie noch ein kleines Jubiläum, denn ihr 40. Geburtstag steht vor der Tür.

(RP)
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