Lokalsport: Ein Kampf mit relativ stumpfen Waffen für Mike Rockenfeller

Lokalsport : Ein Kampf mit relativ stumpfen Waffen für Mike Rockenfeller

Motorsport: Für den Le Mans-Gesamtsieger von 2010 ist mit der Corvette diesmal nur Platz vier drin.

Es war ein Kampf mit relativ stumpfen Waffen, den Mike Rockenfeller am vergangenen Wochenende in Le Mans in Angriff nahm. Für die 86. Ausgabe des Langstreckenklassikers im französischen Département Sarthe hatte Audi Sport seinem Werksfahrer die Freigabe erteilt, um für Corvette Racing in der Sportwagenklasse GTE-Pro an den Start zu gehen.

Doch spätestens nach den ersten Trainingsrunden wurde klar, dass die schon etwas betagte C7.R des amerikanischen Herstellers gegen die deutlich schnelleren Porsche 911 RSR und Ford GT40 keine große Chance haben würde. Dass der DTM-Pilot zusammen mit dem Dänen Jan Magnussen und dem Spanier Antonio Garcia am Sonntag um 15 Uhr auf Platz fünf von 17 Startern in der Klasse den Zielstrich überquerte und wegen der nachträglichen Strafe eines vor ihm platzierten Fahrzeugs sogar noch eine Position erbte, ist vor diesem Hintergrund nicht hoch genug zu bewerten. Anders als im Jahr 2010, als Rockenfeller mit einem Audi R18 ultra von Beginn an zu den Siegkandidaten zählte und sich vor allem gegen die Konkurrenz aus den eigenen Reihen durchsetzen musste, waren die Vorzeichen in diesem Jahr gänzlich andere.

Die etwa 30 Prototypen der Klassen LM-P1 und LM-P2 rasten mit deutlich höherem Topspeed um den 13,8 Kilometer langen Kurs, so dass sich der ehemalige Kart-Champion in der Serie des Moersers Jörg van Ommen in jeder seiner Rennrunden mindestens genau so oft über den Rückspiegel nach hinten orientieren musste, wie er nach vorne zum Angriff auf die etwas langsameren Fahrzeuge der Sportwagen-Klassen ansetzen konnte.

Lange Gesichter gab es bei der Chevrolet-Mannschaft bereits nach dem ersten Zeittraining. Während der Werks-Porsche mit dem Italiener Gianmaria Bruni am Steuer eine Rekordrunde von 3:47,504 in den französischen Asphalt brannte, blieb die Stoppuhr für Rockenfellers 5,5 Liter V8-Boliden erst bei 3:50,789 Minuten stehen.

Am Ende fanden sich die beiden Corvette mit den Startnummern 63 und 64 abgeschlagen auf den Plätzen 13 und 14 wieder. Selbst eine letzte Anpassung der Balance of Performance (BoP) durch die Organisatoren, also der Angleichung der unterschiedlichen Fahrzeug-Konzepte für den sportlichen Wettbewerb, brachte keine entscheidende Verbesserung. Immerhin wurde die Lücke, nachdem Porsche zehn und Ford acht Kilo Handicapgewicht in ihre Autos packen mussten, während man gleichzeitig selbst fünf Kilo ausladen durften, etwas kleiner.

Dass die 63er-Corvette es am Ende dennoch so weit nach vorne schaffte und die weitere Konkurrenz von Aston Martin, BMW und Ferrari in Schach halten konnte, war vor allem der Spitzenleistung ihrer Fahrer zu verdanken.

So sorgte insbesondere Rockenfeller in den Nachtstunden mit sensationellen Rundenzeiten für Aufsehen und ließ den Rückstand auf die Spitze nie all zu groß werden. Gemessen an den 24 Stunden Renndauer waren die zwei Runden Rückstand auf den Klassensieger am Ende denn auch durchaus zu verschmerzen.

"Wir haben an diesem Wochenende wirklich alles gegeben, konnten aber am Ende nicht mehr als Rang fünf erreichen", erklärte der 34-jährige Rheinländer, noch bevor er von der Rückversetzung des zweiten Ford erfuhr. "Ich bedanke mich ganz herzlich bei Corvette Racing sowie meinen Teamkollegen Jan und Antonio, die einen tollen Job gemacht haben. Das Rennen in Le Mans ist lang und extrem hart, aber es war fantastisch, wieder hier fahren zu dürfen!"

(RP)
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