Volleyball: Ein Eigengewächs mit großen Träumen

Volleyball : Ein Eigengewächs mit großen Träumen

In Zusammenarbeit mit der Pressestelle des Volleyball-Bundesligisten stellt die RP die Zugänge für die neue Spielzeit vor. Heute Lukas Schattenberg, der in Moers alle Jugendteams durchlief und hofft, sich in Richtung Stammspieler zu entwickeln.

Über viele Jahre hinweg traten beim Moerser Bundesligisten immer wieder Spieler aus Belgien oder den Niederlanden auf. Jetzt könnte sich das Blatt wenden — wenn ausgerechnet ein Spieler aus dem MSC-Talentschuppen den umgekehrten Weg geht: Lukas Schattenberg, mit belgischem und deutschem Pass ausgestattet, könnte sich durchaus vorstellen, mal beim renommierten belgischen Club Noliko Maaseik die Bälle übers Netz zu jagen.

Noch ist es allerdings nicht so weit. Der Youngster steht zwar schon im zweiten Jahr im Bundesligakader des MSC, doch nach einigen Kurzeinsätzen will er in der neuen Spielzeit versuchen, sich "irgendwie zu empfehlen und den Weg Richtung Stammspieler zu finden". Nicht leicht für einen jungen Spieler, der mit seinen 18 Jahren zwar schon jede Menge Erfahrung hat, aber eben doch auch registriert hat, dass die "Luft da oben ganz schön dünn ist". Gelernt hat Lukas Schattenberg sein Handwerk von der Pike auf beim MSC, bei seinem Vater Martin legte er einer Grundschul-AG die Grundlagen. Später setzte er sich dann in den verschiedenen Jugendmannschaften durch.

Nächstes großes Ziel ist die DM der U 20 im kommenden Jahr — wo dann auch noch das Abitur auf den hochmotivierten Schüler zukommt. Es bleibt wenig Zeit für den 1,94 Meter langen Linkshänder, der im Adolfinum ein strammes Schulprogramm absolviert, nebenbei das Balltraining mit Chang Cheng Liu abwickelt und dann auch noch Lücken finden muss, um sein Krafttraining zu absolvieren. "Meine Stärken liegen im technischen Bereich und im Spielverständnis, aber in der Athletik muss ich noch zulegen, wenn in bei den ,Großen' richtig mitspielen will."

Familiär bestehen Verbindungen nach Münster, wo er geboren wurde und sein Vater den Bundesligisten USC Münster trainierte, und nach Belgien. Aus dem Nachbarland stammt seine Mutter Viviane, der Opa lebt in der Stadt Bree, ganz in der Nähe von Maaseik. Irgendwie findet der junge Schattenberg das faszinierend: ein Vertrag in Maaseik — dann vielleicht auch ein Studienplatz in Belgien. "Schließlich spreche ich perfekt niederländisch und könnte mich im belgischen Norden ohne Probleme bewegen." Dabei hat der junge MSC-Akteur noch einen anderen Gedanken im Hinterkopf: ein Volleyball-Stipendium in den USA. Träumen ist erlaubt — egal, ob Belgien oder die USA. Schattenberg ist jedoch Realist genug, um zunächst einmal auf das Naheliegende zu blicken. "Mein Vater holt mich schon mal öfter auf den Boden der Tatsachen zurück", meint er trocken, "ich will jetzt zunächst mal meinen Standard hier bei MSC heben. Wenn ich es hier schaffe, der Mannschaft in bestimmten Situationen zu helfen, das wäre doch grandios."

(RP)
Mehr von RP ONLINE