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Fußball: Dunkle Wolken am Fichte-Horizont

Fußball : Dunkle Wolken am Fichte-Horizont

Auch das Kellerduell gegen den SV Mönchengladbach verlor der Fußball-Landesligist aus Kamp-Lintfort. Die Elf von Trainer Dietmar Heydrich ließ beim 1:2 die kämpferische Einstellung vermissen.

Die gute Nachricht lautet: Der Rückstand von Fichte Lintfort auf den rettenden zehnten Tabellenplatz beträgt auch nach dem 17. Spieltag noch zwölf Punkte. Schlechte Nachrichten gab's dagegen zu viele von der Franzstraße für diejenigen, die es mit dem Schlusslicht der Fußball-Landesliga halten. Das Kellerderby gegen den SV Mönchengladbach endete 1:2 (0:0) und sorgte gestern Nachmittag dafür, dass rund um das Vereinsheim dunkle Wolken am Horizont auftauchen. Erste Stimmen wurden laut, die bereits jetzt davon sprechen, in der Bezirksliga doch besser einen Neuanfang zu starten.

Zu schwach sei der Charakter und die kämpferische Einstellung der Spieler, die das Ruder noch herumwerfen sollen — hieß es an der Theke und den Tischen im Vereinsheim. "Die spielen so, als wären sie Tabellenzweiter", meinte ein Zuschauer. Kritisiert wurde beispielsweise auch Kapitän Stephan Thiedge, der sich für das Spiel aus privaten Gründen abgemeldet hatte. So soll in einem sozialen Netzwerk nachzulesen gewesen sein, dass er sich zeitgleich in Paris aufgehalten habe. Es mögen zwar Stammtisch-Parolen sein, die da laut wurden, aber Fichte ist drauf und dran, eine Menge Kredit bei den rund 150 Anhängern zu verspielen, die sich den müden Kick zweier Abstiegskandidaten anschauten.

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Im ersten Spielabschnitt dominierten die Gastgeber, die die Niederlage aus Goch wettmachen wollten. Allein: Das Leder wollte trotz passabler Chancen nicht ins Tor. "Mit dieser ersten Halbzeit war ich durchaus zufrieden", sagte Trainer Dietmar Heydrich nach dem Spiel. "Was aber dann mit der Mannschaft los war, kann ich nicht erklären", ergänzte er. Der Coach wirkte ratlos, was kein gutes Signal für die Zukunft ist. Es kam die Phase der Begegnung, in der Fichte nicht mehr zwingend auftrat. Der Wind machte den Akteuren zu schaffen, wildes Gebolze hüben wie drüben mit Befreiungsschlägen über 50 Meter, die für vermeintliche Entlastung sorgten, waren nicht selten zu sehen. "Wir hatten Probleme mit dem Wind", meinte Heydrich. Als wirkliche Erklärung für die Spielanlage seiner Mannen diente diese Erkenntnis aber auch nicht.

Und so kamen die Gäste zunächst durch Yannick Müller zum Führungstreffer. Hoffnung machte sich breit, als Marc-André Debernitz nur zwei Minuten später einen Heber über Torhüter Sascha Kinna zum Ausgleich in die Maschen setzte. Aber die Gäste wirkten bissiger und hatten in der 72. Minute das Glück, dass Philipp Hasse dem von der Querlatte abprallenden Ball nicht ausweichen konnte und ein Eigentor köpfte, nachdem sich zuvor die komplette Lintforter Abwehr nicht einigen konnte, wer den harmlosen Angriff der Lürriper entschärfen sollte. Zwei Mal reklamierten die Fichteraner in der Schlussphase der Partie noch Handspiel der Gäste im Strafraum, was Schiedsrichter André Küpper aber wohl etwas anders gesehen hatte.

(RP)