Lokalsport: Duell der starken Abwehrformation

Lokalsport : Duell der starken Abwehrformation

Zweitligist TuS Lintfort empfängt am Sonntag den Tabellenführer HSG Bensheim-Auerbach.

Geht es nach den Gästen, soll es am Sonntag, 16 Uhr, in der Eyller Sporthalle in Kamp-Lintfort heiß hergehen. Denn dann stellt sich mit der HSG Bensheim-Auerbach der Spitzenreiter der Zweiten Frauen-Handball-Bundesliga beim TuS Lintfort, Aufsteiger und Drittletzter der Liga, vor. Und die HSG sind die "Flames", die Flammen, und die versprechen dem TuS einen heißen Tanz. Auch wenn die Tabellenführung nach drei Spieltagen nur eine Momentaufnahme sein kann, präsentieren sich die Gäste knapp 50 Kilometer südlich von Frankfurt am Main als bislang ungeschlagene Kontrahenten. Wobei sie mit einem gehörigen Stottern in den Ligaalltag gestartet waren. Beim punktlosen Schlusslicht aus Mainz hat sich Bensheim-Auerbach zum Auftakt in eigener Halle ein 23:20 zurecht gewürgt.

Dagegen ließ das Team um HSG-Trainerin Heike Ahlgrimm am vergangenen Heim-Spieltag aufhorchen: Im Spitzenspiel gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Zwickauerinnen gab es eine deutliche Entscheidung - 31:22. Somit ist der TuS Lintfort gewarnt, wenn sich die Mannschaft nun am Niederrhein vorstellt.

Das Prunkstück der Gäste HSG Bensheim-Auerbach ist die Abwehr, die mit schlappen 57 Gegentoren weit vorne liegt. Lintfort ist mit der fünftbesten Defensive - die war in der vergangenen Drittliga-Saison schon eine Macht - bereits mit 20 weiteren Gegentreffern abgeschlagen. Dagegen sieht der Vergleich im Angriff für den Primus der Liga auch nicht so rosig aus.

Mit 71 Toren hat die HSG popelige sieben Tore mehr erzielt als die Lintforterinnen. Haupttorschützin der Gäste ist die mazedonische Nationalspielerin Ivana Sazdovski, die seit einem Jahr beim ambitionierten Zweitligisten unter Vertrag steht und mit 23 Treffern - davon elf Siebenmeter - bei den Torschützinnen zu den Top Ten der Liga gehört. Genauso viele Treffer hat allerdings auch der niederländische Neuzugang Loes Vandewal bereits für den TuS erzielt. Mit nur sechs Siebenmeter. Bleibt also für den TuS das Fazit, dass die HSG auch nur mit Wasser kocht, keine Übermannschaft ist, aber eben bislang immer wenigstens ein Tor mehr geworfen hat, als die Gegnerinnen. Das muss aber nicht so bleiben.

HSG-Coach Heike Ahlgrimm hat bereits vor dem Saisonstart die Marschrichtung vorgegeben: "Wir wollen jedes Spiel gewinnen." Das möchte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein natürlich auch. Doch während dieses Unterfangen in den ersten drei Meisterschaftsspielen bei den Gästen prima geklappt hat, wartet Lintfort noch auf den ersten Sieg. Warum nicht gegen den Tabellenführer. "Wir sind in der zweiten Liga immerhin seit 2011 zu Hause noch ungeschlagen", lacht Grenz-Klein. Logisch: Der TuS musste in den vergangenen Jahren in der 3. Liga ran, hat nach dem Aufstieg im ersten Heimspiel am zweiten Spieltag ein 23:23 gegen Nürtingen geholt.

Dann wird Bettina Grenz-Klein allerdings ernst. "Bensheim-Auerbach ist natürlich ein Brett, wir sind der Außenseiter", sagt die Trainerin. "Aber die wollen aufsteigen, die müssen kommen. Allerdings müssen wir das Abwehr-Bollwerk knacken. Wir haben ein Heimspiel vor eigenem Publikum - und stehen nicht unter Druck."

(RP)