Volleyball: „Det hatte wat“

Volleyball: „Det hatte wat“

Tim Broshog, Neuzugang des Moerser SC, erinnert sich gern daran zurück, wie er mit dem Team der Netzhoppers Königs Wusterhausen die Grozer-Truppe gedemütigt hat. Jetzt muss er sich erst mal teamintern behaupten.

Der 3. November 2007 war für Tim Broshog ein ganz besonderer Tag. Damals war der hoch aufgeschossene Mittelblocker ein so genannter "Matchwinner" im Team der Netzhoppers Königs Wusterhausen, die als krasser Außenseiter den Moerser SC in eigener Halle mit 3:1 demütigten. "Det war ooch nich schlecht, det hatte wat", berlinert er heute und gibt diese Aussage mitten in der Grafenstadt in einem Restaurant zu Protokoll.

Zur kommenden Saison in der Volleyball-Bundesliga wird der 21-jährige gebürtige Berliner nämlich das Trikot der "Adler" tragen. Den Verantwortlichen des MSC ist damit vermutlich ein guter Griff gelungen, denn Broshog könnte bei weiter positiver Entwicklung auch mal ein Thema für die Nationalmannschaft werden. In den Junioren-Auswahlteams des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) weist er bereits annähernd 100 Einsätze auf.

Ein "blutjunger" Mittelblocker

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"Er ist ein sympathischer Junge. Seine Einstellung gefällt mir", urteilt MSC-Trainer Georg Grozer über Broshog. An seiner sportlichen Leistung lasse sich zwar noch einiges "feilen", für einen Mittelblocker sei der Berliner allerdings auch noch "blutjung". Grozer weiter: "Spieler auf dieser Position werden normalerweise erst später reif." Der Neu-"Adler" sagt über sich selbst: "Ich bin noch lange nicht da, wo ich hin will." Doch arbeitet er daran bereits seit Wochen im Team des Bundesligisten.

Broshog war bei den Ersten, die Grozer zum Training in Moers begrüßen konnte. Besonders freut er sich auf die Tage in Knokke am belgischen Strand: "Da war ich noch nie", erzählt er. Die geplanten Trainingsspiele in den Niederlanden und Belgien während der Saisonvorbereitung sind für ihn ebenfalls eine ganz neue Erfahrung. Er ist durch und durch Großstädter und muss sich erst an die Beschaulichkeit am Niederrhein gewöhnen. Doch es scheint ihm zu gefallen — besonders die Innenstadt seiner neuen sportlichen Heimat Moers. Einen Einwand hat er aber doch: "Abends jehn hier die Bürgersteige hoch." Dem Neu-Moerser wurde allerdings bereits zugeflüstert: "Ein paar Großstädte sind durchaus in Reichweite, keine aber ist wirklich so schön wie die Grafenstadt."

Und dann gibt er auch Privates preis: Gina-Lisa — die früh gescheiterte Dame aus "Germanys Next Top Model" wäre ihm ein "Date" wert. Bei Schokolade kann auch der 2,05-m-Hüne Broshog schwach werden. Und die alten Griechen mit Achilles und Kollegen tun es ihm an. Der MSC darf sich auf einen netten Typen freuen, der sportlich zumindest eine wertvolle Alternative darstellen wird. Mit Aleksandar Ljubicic und Renzo Verschuren hat er allerdings zwei teaminterne Konkurrenten, die ebenfalls ihre Spielanteile einfordern werden.

(RP)
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