Lokalsport: Der VfB sprengt die Schonnebeck-Party

Lokalsport : Der VfB sprengt die Schonnebeck-Party

Fußball-Oberliga: Mit dem 2:2 sorgt Homberg für einen Führungswechsel an der Tabellenspitze. Zwei weitere Neuzugänge stehen fest.

Fahrzeuge mit Essener Kennzeichen säumten den Rheindeich, der Gästeblock im Stadion des VfB Homberg war prall gefüllt - die Fans der Spvg Schonnebeck waren vor dem Oberliga-Spitzenspiel auf eine vorzeitige Meisterfeier eingestellt. Doch 90 Minuten später war es still im Gästeblock. Die Kicker des VfB Homberg hatten mit dem 14. Spiel in Folge ohne Niederlage die Party gesprengt und sogar für einen Führungswechsel gesorgt. Da der SV Straelen 2:1 bei Düsseldorf-West gewann, musste Schonnebeck die Tabellenführung nach dem 2:2 (1:0) am Rheindeich am vorletzten Spieltag an den Konkurrenten abgeben.

Dass nun der SV Straelen mit einem Punkt Vorsprung vorne steht, tat Stefan Janßen "fast leid". "Ich habe freundschaftliche Kontakte zu beiden Vereinen und gönne auch beiden den Titel. Dennoch ist es natürlich bitter für Schonnebeck, dass wir ihnen jetzt kurz vor Schluss wichtige Punkte weggenommen haben. Aber der Wettkampf verlangt die Fairness und die volle Einstellung von uns", so Janßen.

Und die sah der Coach von seinem Team, für das es im Falle eines Sieges und gleichzeitiger Niederlage der Straelener theoretisch auch noch selbst um den Aufstieg hätte gehen können. Die Theorie ist nun widerlegt, doch zumindest festigte der VfB mit dem Remis seinen dritten Platz. "Die 90 Minuten waren eines Spitzenspiels würdig", sagte Janßen nach einer hart umkämpften Partie, die einige Blessuren mit sich brachte. Und so waren auch die Homberger trotz des Punkterfolges am Ende betrübt. "Es ist schade, dass dieses tolle Team, das in der Rückrunde nur eine unglückliche Niederlage kassiert hat, sich im letzten Heimspiel nicht mit einem Sieg gegen den Spitzenreiter belohnen konnte. Wir haben kaum etwas zugelassen und waren noch nie so nah dran, Schonnebeck zu schlagen."

Zwei Fehler leistete sich die Homberger Abwehr. Und beide bestraften die Gäste in Person von Marc Enger mit den Toren zum 1:0 (19.) und 2:2 (84.) eiskalt. Doch zwischenzeitlich nutzen auch die Gastgeber die wenigen, sich bietenden Chancen. Nach einer Ecke markierte Mike Koenders mit einem Drehschuss das 1:1 (65.), ehe Danny Rankl nach präziser Vorarbeit von Patrick Dertwinkel das Spiel zehn Minuten vor dem Abpfiff vorerst drehte.

Da Koenders eine Platzwunde an der Stirn erlitt und sein blutverschmiertes Trikot zur Pause in der Kabine lassen musste, traf der Innenverteidiger mit der nicht vergebenen Nummer 22 zum 1:1.

Die könnten in der nächsten Saison Felix Clever oder Emre Demircan tragen, die beide vom Regionalligisten Wattenscheid 09 an den Rheindeich wechseln. Mit dem erfahrenen Clever (25), der auf 104 Regionalliga-Einsätze kommt, sieht Janßen "die Lücke in der Innenverteidigung geschlossen." Der zentrale Mittelfeldspieler Demircan stammt aus der Jugend des VfL Bochum und Rot-Weiß Essen, kickte 23 mal für Wattenscheid und hat Janßen auch trotz seiner erst 21 Jahre schon "von seinen Qualitäten überzeugt."

(RP)