Der Moerser Jörg van Ommen drückt aufs Gaspedal

Motorsport in Moers : Jörg van Ommen drückt aufs Gaspedal

Zum Auftakt der „neuen“ DTM in Hockenheim sind die „Tourenwagen Classics“ geplant.

„Alles neu macht der Mai“: So könnte man sagen, wenn man auf den Saisonstart der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) am kommenden Wochenende auf dem Hockenheimring blickt. Denn der ITR als Ausrichter der populären Rennserie hat praktisch keinen Stein auf dem anderen gelassen und alles dafür getan, um das sportliche Geschehen für die Fans noch spektakulärer zu gestalten.

Der Moerser Jörg van Ommen. Foto: Fotos: Martina Schlimbach

Als besonderer Leckerbissen wird auch etwas geschichtsträchtiges serviert. Nicht nur die Nieder-rheiner dürfen sich in diesem Jahr auf die Rückkehr des Moersers Jörg van Ommen freuen. Im Rahmenprogramm lassen die Tourenwagen Classics nämlich die „gute, alte Zeit“ der DTM wieder aufleben. Den Organisatoren ist es gelungen, auch den ehemaligen Mercedes-Werkspiloten zu einem Start zu überreden. Der Schwafheimer wird voraussichtlich noch einmal in der AMG-Mercedes C-Klasse sitzen, in der er 1994 und 1995 den Vizetitel holte.

Doch alle Rennsportfans schauen erst einmal auf die Neuheiten. Und die haben es in sich. Nachdem Mercedes bereits vor etwa einem Jahr verkündet hatte, der Serie den Rücken zu kehren, hatte es lange Zeit so ausgesehen, als würden nur noch Audi und BMW sich auf der Strecke duellieren. Doch mit Aston Martin hat ein weiterer Premiumhersteller die Chance genutzt, zum bestmöglichen Zeitpunkt in die DTM einzusteigen. Das Timing ist zweifellos perfekt, denn auf Grund eines komplett neuen technischen Reglements beginnen praktisch alle Teilnehmer wieder bei Null. Sämtliche Fahrzeuge wurden komplett neu aufgebaut und werden jetzt anstelle des bisherigen Vierliter-V8-Triebwerks von einem Zweiliter-Turboaggregat angetrieben, welches mehr als 600 PS an die Hinterachse schickt. Je nach Streckenverlauf könnte so in diesem Jahr erstmals die 300 km/h Schallmauer geknackt werden.

Auch die Fans des Audi-Piloten Mike Rockenfeller werden sich ebenfalls neu orientieren müssen, denn nach vielen Jahren im grünen Outfit wird die Startnummer 99 des Rheinländers ab sofort mit einem anderen Design an den Start gehen.

Der bisherige Sponsor des Wahl-Schweizers war vor wenigen Wochen überraschend zum Münchner Konkurrenten gewechselt und klebt sein Logo zukünftig auf den BMW M4 DTM des Fürthers Marco Wittmann. Audi konnte jedoch mit dem Sportauspuffhersteller Akrapovič einen exzellenten Nachfolger als Partner für den RS5 DTM des Champions von 2013 gewinnen.

Bereits Anfang März trafen die drei Hersteller im spanischen Jerez zu einem Roll-out aufeinander. Die dort gewonnen Erkenntnisse wurden dann Mitte April bei viertägigen Testfahrten auf dem Lausitzring umgesetzt. Im Süden Brandenburgs setzte Audi ein erstes Ausrufezeichen und markierte mit allen sechs Fahrzeugen die Spitze der Zeitenliste, doch über eine simulierte Renndistanz überraschte auch Neuling Aston Martin mit konstant schnellen Runden. Es wäre allerdings sicher zu früh, daraus für eine bestimmte Marke auch eine Dominanz bei den Auftaktrennen in Hockenheim abzuleiten. Noch stehen eine Reihe von Fragezeichen in den Augen der Ingenieure, denen vor allem die Hitzeentwicklung des Turbomotors sowie der durch die zusätzlichen etwa 100 PS gestiegene Verschleiß an den Pneus von Serienausrüster Hankook Sorgen bereiten könnte. „Man darf die Ergebnisse nicht überbewerten, denn bei Testfahrten packt niemand alle Karten auf den Tisch“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Trotzdem ist es schön, wenn man  seine Autos oben auf der Zeitenliste sieht.“

Mike Rockenfeller, der bei den bisherigen Tests an drei von neun Tagen zum Einsatz kam und in der Lausitz stets zu den Schnellsten gehörte, ist zuversichtlich, auch in den Rennen ganz vorne mitfahren zu können. „Wir haben im Winter versucht, vieles zu ändern bei der Struktur und in der Herangehensweise“, erklärt der 35-jährige Pilot des Audi Sport Team Phoenix.

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