Lokalsport: Der Datenschutz im Sportverein

Lokalsport : Der Datenschutz im Sportverein

Die neuen Bestimmungen der EU, die seit heute gelten, betreffen auch zahlreiche Clubs. So muss zum Beispiel ein Datenschutzbeauftragter bestimmt werden, wenn mehr als zehn Personen in einem Verein Daten bearbeiten.

Ab heute gelten die neuen Datenschutzregeln der Europäischen Union (EU). Es geht in erster Linie darum, dass in Europa für alle die gleichen Bestimmungen gelten. Sie betreffen natürlich auch viele Sportvereine. Gerade bei den Clubs, die mit zahlreichen Mannschaften in den Ballsportarten im Einsatz sind, müssen eine Reihe von ehrenamtlichen Mitarbeitern die Daten für den Spielbetrieb bearbeiten. Wenn mehr als zehn Personen in einem Verein Daten bearbeiten, ist der Club verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen. Allerdings haben schon einige Aufsichtsbehörden signalisiert, den Vereinen zumindest eine Frist zu gewähren, um diesen Beauftragten in den Vereinen zu bestimmen.

Der Landessportbund und die Fachverbände haben ihren Mitgliedern teilweise bereits Informationen über die Bestimmungen zukommen lassen. Karl-Heinz Röhner, Vorsitzender des VfL Repelen, ist schon mitten im Thema: "Ich habe Informationsveranstaltungen besucht. Ich bin dankbar, dass die einzelnen Verbände uns unterstützen. Zum Beispiel haben wir vom Fußball-Verband Niederrhein ein Formular erhalten, in dem unsere Mitglieder ihre Zustimmung geben, dass wir ihre Daten verwenden können."

Am Mittwochabend drehte sich bei der Vorstandssitzung des Moerser TV fast alles um das Thema Datenschutz. "Bei uns hat sich der gesamte Vorstand, aber in erster Linie unser Vorsitzender Frank Reese und die Geschäftsführung eingehend damit beschäftigt", sagt Andreas Bögner, stellvertretender Vorsitzender des MTV. "Mit rund 1300 Mitgliedern sind wir ja einer der größten Vereine in Moers. Wir sind zu der Auffassung gelangt, dass wir zunächst einmal keinen Datenschutzbeauftragten benennen. Doch da auch bei uns noch eine gewisse Unsicherheit herrscht, werden wir uns weiter informieren. Damit wir am Ende nichts falsch machen."

In der nächsten Vorstandssitzung am kommenden Montag wird sich auch der Fecht-Club Moers intensiv mit dem Thema beschäftigen. "Auch wir werden versuchen, die Zahl unter zehn zu halten", sagt Vorsitzender Markus Tenbergen. "Bei uns sollen strikt nur die Vorstandsmitglieder und auch einige Trainer mit Daten arbeiten." Allerdings hatte der Verein in einem Punkt schon vorgesorgt. "Wir haben seit dem vergangenen Jahr bei den Anmeldungen eine Einverständniserklärung beigefügt, damit wir Fotos der Mitglieder veröffentlichen dürfen", sagt der Vorsitzende.

Ähnlich wie Markus Tenbergen sieht es Burghard Kretschmer, Vorsitzender des SV Concordia Ossenberg, der wegen seiner großen Breitensport-Abteilung mehr als 1700 Mitglieder hat. "Bei uns werden die sensiblen Daten nur von wenigen Personen bearbeitet. Deshalb hoffen wir darauf, dass wir keinen Datenschutzbeauftragten benennen müssen. Trotzdem werden wir uns mit diesem Thema ausgiebig beschäftigen und unsere Satzung anpassen. Auf unserer Internetseite haben wir das schon getan."

(RP)
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