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Fußball: Den Sprung zum BVB geschafft

Fußball : Den Sprung zum BVB geschafft

Mit gerade mal zwölf Jahren hat sich für Luis Gizinski ein Traum erfüllt. Bei einem Straßenfußball-Turnier entdeckten ihn die Späher von Borussia Dortmund. Jetzt spielt er schon für die D-Jugend des Deutschen Meisters.

Als sich Luis Gizinski voriges Jahr mit drei Kumpels beim Real Junior-Cup anmeldete, wollte er beim Straßenfußball-Turnier der Supermarktkette eigentlich nur Spaß haben. Dass er dabei die Chance hatte, sich ein Probetraining für eine der Nachwuchsmannschaften des Deutschen Meisters Borussia Dortmund zu erspielen, war für den Offensivspieler aus dem Talentschuppen des TV Asberg ganz weit weg. Inzwischen allerdings nicht mehr, denn jetzt steht fest, dass er nächste Saison für die D-Jugend der Schwarz-Gelben regelmäßig die Schuhe schnüren wird.

"Das war für alle Beteiligten eine riesige Überraschung", sagt Rainer Gansel, der Gizinski als Trainer des DFB-Stützpunktes in Rheinberg betreute. Allerdings nicht, weil er an den fußballerischen Qualitäten des Zwölfjährigen zweifeln würde, sondern weil es die Dortmunder Borussia war, die ihn verpflichtete. "Wir haben im Laufe der Jahre ja schon einige Spieler gehabt, die in die Nachwuchsmannschaften benachbarter Bundesligisten gewechselt sind, aber nach Dortmund haben wir noch keinen abgeben", erklärt Gansel. Möglich gemacht hat das der Real Junior-Cup, der mit der Aussicht auf eine Talentsichtung in Dortmund und BVB-Jungstar Mario Götze als Tourpate um Teilnehmer wirbt. Als Gizinski mit seinen Freunden die Vorausscheidung in Moers gewann, wurde er auch zum Spieler des Turniers gewählt.

Damit war er einer von 150 Nachwuchskickern, die zur ersten Talentsichtung in Dortmund eingeladen wurden. Aus den 150 Teilnehmern stach der Offensivspieler so heraus, dass er mit 14 Konkurrenten nochmals vorspielen durfte. Aus den drei dann noch verbliebenen Spielern wurde Luis Gizinski für den älteren Jahrgang der D-Jugend des BVB ausgesucht. Weil der TV Asberg zustimmte, durfte er sogar noch vor der Sommerpause bei Freundschaftsspielen dabei sein.

So groß die Freude auch war, als die Nachricht vom BVB kam, für Familie Gizinski aus dem Duisburger Norden bedeutete sie auch eine große Belastung. Schließlich gilt es, die Fahrten zu drei Trainingeinheiten pro Woche und einem Spiel am Wochenende zu organisieren. "Das geht nur, weil meine Großeltern mithelfen", betont der Zwölfjährige. Wie er die Doppelbelastung aus Schule und Sport unter einen Hut bekommt, wird er wohl erst nach den Ferien klären können, wenn es mit dem Saisonstart im Revier-Cup richtig ernst wird.

Im Verein wurde ihm der Start bislang möglichst einfach gemacht. "Ich bin super aufgenommen worden, alle sind sehr freundlich", sagt Luis Gizinski, dem allerdings bewusst ist, dass seine Teamkameraden auch Konkurrenten sind. Genau, wie nach der abgelaufenen Saison acht Jungs gehen mussten, werden auch nach der nächsten Spielzeit wieder welche aussortiert. Doch der Zwölfjährige kann dem Leistungsdruck sogar etwas Positives abgewinnen. "Das bringt mich weiter, als wenn ich weiß, dass ich meinen Platz sicher habe." Trainer Gary Gordon hat jedenfalls schon mal signalisiert, dass er große Stücke auf den jungen Mann vom TV Asberg hält. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine positive Zukunft beim Revierclub.

(RP)