Fußball: Dem GSV Moers gehen die Spieler aus

Fußball : Dem GSV Moers gehen die Spieler aus

Der Fußball-Landesligist pfeift vor der Partie beim Kellerkind TSV Wachtendonk-Wankum aus dem letzten Loch.

Vor dem Auswärtsspiel beim TSV Wachtendonk-Wankum flüchtet sich Werner Wildhagen in Sarkasmus: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Dieser Spruch trifft nicht auf den derzeitigen Tabellenstand seines GSV Moers zu, vielmehr meint der Übungsleiter damit die personelle Situation seiner Mannschaft. Der Fußball-Landesligist aus der Grafschaft pfeift personell aus dem (aller)letzten Loch. Und in der abgelaufenen Woche erreichten Wildhagen neue Hiobsbotschaften.

Kevin Dyka ist beim Training umgeknickt, bislang hat der Mann auf der Moerser Außenbahn noch nicht mit dem Team trainieren können. Abwehrspieler Michael Schuster klagt über eine verhärtete Wade. Auch er musste zuletzt den GSV-Übungsabenden fernbleiben. Zudem Duo gesellt sich auch Andreas Voss, der wegen Urlaubs die nächsten drei Spiele den Moersern nicht zur Verfügung stehen wird. Alles andere als gute Voraussetzungen für die morgige Auswärtspartie, mit der die Moerser ihre nächste Englische Woche einläuten. Denn nach dem Auftritt beim TSV Wachtendonk-Wankum warten auf die Gelb-Schwarzen zwei Heimspiele gegen Teams, die in der Tabelle über ihnen stehen. Am Mittwoch kommt der 1. FC Bocholt, und am Sonntag darauf gastiert Viktoria Goch am Solimare. Grund genug für Wildhagen und seine Mannen, mit etwas Zählbarem den Rückweg von der niederländischen Grenze nach Moers anzutreten. Im Hinspiel gab es einen glatten 3:0-Erfolg der Moerser, wobei Wildhagen jedoch ein Akteur des TSV in Erinnerung blieb. Trainersohn Benjamin Goldau, der allein schon wegen seiner Körpergröße aufgefallen ist. "Den müssen wir bei Standardsituationen unbedingt ausschalten", weiß Wildhagen.

Ein Blick auf die Tabelle sagt aus, dass der eine oder andere Zähler dem GSV gut zu Gesicht stehen würde, um nicht noch am Ende in akute Abstiegsgefahr zu geraten. Abstiegsgefahr ist in Wachtendonk und Wankum ein akutes Thema. Nach gutem Beginn sind die TSV-Akteure immer weiter abgerutscht. Doch ausgerechnet eine Woche vor dem Spiel gegen die Moerser ließ die Truppe um den ehemaligen Spieler des VfB Homberg und jetzigen Trainer Frank Goldau aufhorchen, als sie ein 0:0 beim Tabellenzweiten PSV Wesel-Lackhausen erreichten. Zuletzt nahm die Personalnot beim TSV ähnliche Züge wie in Moers an. So setzte Goldau in Wesel einen Spieler aus der eigenen dritten Mannschaft auf die Bank. Wer nun die elf Moerser Spieler sind, die morgen im Sportpark Laerheide auflaufen werden, ließ Wildhagen gestern offen, er will das letzte Training abwarten. Klar ist auch, dass er mit den Leistungen einiger Spieler bei der jüngsten 1:3-Niederlage gegen Tönisberg nicht zufrieden war. Und die Moerser werden sich gegen eine Mannschaft wehren müssen, die hart am Abgrund steht. Aber Wildhagen sucht im Vorfeld schon nach handfesten und beweisbaren Entschuldigungen: "Eine Achse mit Strauß, Fröhlich und Voss kannst du mal nicht eben so ersetzen, dafür haben wir aus verständlichen Gründen einfach nicht das Personal."

(js)