Lokalsport: Brigitte Otto-Lange fährt zur Deutschen Meisterschaft

Lokalsport : Brigitte Otto-Lange fährt zur Deutschen Meisterschaft

Mit 17 Jahren verlor Brigitte Otto-Lange zwar ihr Augenlicht, aber nie ihren Lebensmut. Auch wenn diese Erfahrung für die heute 63-jährige Sportlerin des Blinden- und Sehbehindertenwassersportgemeinschaft (BSWG) Moers natürlich ein einschneidendes, ein unglaublich tragisches Ereignis war, suchte die Moerserin neue Aufgaben - und vor allem neue Herausforderungen. Und das mit großem Erfolg. So ist sie zweifache Goldmedaillengewinnerin der Paralympics 1984 im Speer- und im Diskuswurf, holte außerdem Bronze und vier Jahre zuvor Bronze im Schwimmen. Kurzum: Brigitte Otto-Lange ist genau das, was jeder unter einer Sportskanone zu verstehen hat. Und nun hat sie sich für die Deutsche Meisterschaft im Showdown, also im Tischball qualifiziert. Bereits zum dritten Mal. Vom 5. bis 8. April nächstes Jahr wird sie im hessischen Baunatal an dem Spieltisch stehen.

Neben den Deutschen Meisterschaften werden auch Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen. Und es gibt eine Bundesliga, in der die Mannschaft aus Moers im Sommer dieses Jahres aufgestiegen ist. Brigitte Otto-Lange spielt seit 2012 Showdown bei der BSWG Moers.

Möglicherweise fährt die Top-Spielerin aber nicht alleine zu den nationalen Titelkämpfen. Denn mit Murat Altunok könnte sich im Dezember ein weiterer, erfahrener Moerser Spieler qualifizieren. Im nächsten Monat haben nämlich die Männer noch die Chance, in Baunatal im Kampf um den Deutschen Meistertitel mitzumischen. Neben dem amtierenden Landesmeister Murat Altunok hat mit Eric Klumb noch ein weiterer Spieler der Moerser Showdowngruppe die Möglichkeit sich zur Deutschen Meisterschaft zu qualifizieren. Eric Klumb hatte im vergangenen Frühjahr das erste Mal an den Titelkämpfen teilgenommen, rechnet sich erneut große Chancen zur Teilnahme aus. Dazu kommt von der BSWG Moers noch Simon Janatzek, der allerdings erst in diesem Jahr mit der Sportart und dem dazugehörigen Training begonnen hat und bei der Landesmeisterschaft im kommenden Monat seine Turnier-Premiere feiern wird. Tischball, oder besser Showdown, ist nicht nur eine äußerst rasante Sportart, die sehbehinderte und blinde Menschen spielen können, sondern auch für normal Sehende eine Herausforderung. Allerdings bekommen alle Mitspieler wegen der Chancengleichheit eine entsprechende "Dunkelbrille" verpasst, können sich dadurch nur noch auf ihr Gehör verlassen.

Bei dem Spiel, vergleichbar mit Tischtennis, wird ein sechs Zentimeter kleiner, mit Metallstiften gefüllter Ball per Schläger über die 3,60 Meter lange Spielplatte gespielt und abgewehrt.

(RP)
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