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Leichtathletik: Behres Jahr ist auf die WM ausgerichtet

Leichtathletik : Behres Jahr ist auf die WM ausgerichtet

Bei den Westdeutschen Meisterschaften in Duisburg feierte Prothesen-Sprinter David Behre seine Saisonpremiere über 400 Meter – außer Konkurrenz. Mit seiner Leistung war der Moerser zufrieden, er sieht sich auf dem richtigen Weg,

Ein paar Wettkämpfe hat David Behre in diesem Jahr zwar schon draußen bestritten, doch als richtigen Start in die Freiluftsaison betrachtet der Moerser Prothesen-Sprinter im Trikot des TSV Bayer Leverkusen seinen Auftritt bei den Westdeutschen Meisterschaften in Duisburg am vergangenen Sonntag. Denn dort ging er erstmals über die 400 Meter an den Start, also in jener Disziplin der Leichtathletik, auf die er inzwischen seinen Fokus richtet. In einem Lauf mit Nicht-Behinderten trat er außer Konkurrenz an und kam nach 51,92 Sekunden ins Ziel.

"Für meinen jetzigen Stand der Vorbereitung ist das richtig gut. Aber ich denke, es geht noch viel schneller", sagt Behre. Nach der Rückkehr von den Paralympics in London, wo er mit der 4x100-Meter-Staffel Bronze gewonnen hatte, war voriges Jahr in ihm der Entschluss gereift, die 400 Meter zu seiner Spezialstrecke zu machen. Auch mit dem Hintergedanken, vielleicht irgendwann einmal seinem sportlichen Vorbild Oscar Pistorius nachzueifern und sich mit Nicht-Behinderten zu messen. Darauf hatte er in der Folge alles ausgerichtet. Seine Sprintfedern bekommt er jetzt auch vom Pistorius-Ausrüster Össur, seine Schäfte als Übergang zu den Oberschenkeln wurden entsprechend angepasst und das Training ist auf die neuen Anforderungen ausgerichtet worden. "Der Lauf in Duisburg hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin", betont Behre. Seine Bestzeit über 400 Meter liegt zwar bei 51,37 Sekunden (Europarekord), doch die lief der beidseitig unterschenkelamputierte Sprinter im Vorlauf der Paralympics – also beim absoluten Saisonhöhepunkt. In diesem Jahr hat der 26-Jährige seine ganze Saisonplanung auf die Weltmeisterschaften ausgerichtet, die Ende Juli im französischen Lyon über die Bühne gehen. Bei der WM vor zwei Jahren hatte sich Behre hinter Oscar Pistorius die Silbermedaille geholt. Da der südafrikanische Superstar aber unter Verdacht steht, seine Freundin umgebracht zu haben, wird er seinen Titel nicht verteidigen können. "Wenn alles glatt läuft, könnte ich Weltmeister werden", gibt sich Behre selbstbewusst.

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Wobei ja sein langfristiges Ziel ist, sich wie in Duisburg mit Athleten ohne Handicap zu messen – nur dann nicht außer Konkurrenz. Diesen Traum lässt er sich auch nicht davon zerstören, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband Ende vorigen Jahres beschloss, dass die Leistungen von Behinderten und Nicht-Behinderten nur noch getrennt gewertet werden dürfen. Zur Not würde Behre dagegen auch gerichtlich vorgehen wollen. Aber erst, wenn seine Leistungen im Bereich der DM-Norm für Nicht-Behinderte lägen – also bei 48,30 Sekunden. "Vorher ergibt ein Prozess keinen Sinn", sagt der Moerser. Und bis dahin wird er wohl noch ein paar Wettkämpfe bestreiten müssen.

(RP)