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Radsport: Aus Freude an der Arbeit mit Kindern

Radsport : Aus Freude an der Arbeit mit Kindern

Kürzlich zeichnete der KSB Wesel junge Menschen aus, die sich stark ehrenamtlich engagieren. Die aus Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn stellt die RP vor. Heute Alina van Zütphen.

Moers (bs-) Alina van Zütphen kann nicht ohne ihren Sport. Seitdem sie denken kann, turnt die Kunstradfahrerin erfolgreich im Rad- und Motorsportverein Moers (GRMSV) auf diversen Fahrrädern und trainiert nebenher auch noch die Jugend des Vereins. Doch seitdem sie in Wuppertal studiert, fehlt ihr etwas. Durch den weiten Weg schafft sie es nicht mehr, jedes Mal pünktlich bei den Übungsstunden zurück in Moers zu sein. Also suchte sich die 20-Jährige auch in Wuppertal einen Verein, bei dem sie ebenfalls die Kleinsten trainiert und an ihren Erfahrungen auf Ein- und Zweirädern teilhaben lässt.

"Ich arbeite gern mit Kindern. Es ist schön zu sehen, wenn man ihnen etwas beigebracht hat und sie es dann umsetzen. Oder wenn die Kinder Fragen haben und man ihnen helfen kann", sagt van Zütphen, die deswegen auch Mathematik und Sport auf Lehramt studiert. Doch ihr Engagement nur auf den rein sportlichen Teil des Vereinslebens zu beschränken, wäre zu kurz gegriffen. Seit sie 15 Jahre alt ist, sitzt sie im Jugendausschuss des GRMSV, außerdem organisiert sie Feste zu Ostern, Weihnachten oder Karneval, Trainingslager und Ausflüge. Und wenn eines der Kinder mal ein Problem hat, hat sie auch abseits des Vereins ein offenes Ohr.

Dass sie kürzlich für ihr Engagement ausgezeichnet wurde, "bedeutet mir eine Menge", sagt die 20-Jährige. "Es ist ja nicht selbstverständlich, dass das Engagement anerkannt wird." Umso schöner war es für sie, dass ihre Schwester gleich mit geehrt wurde. Denn bei Familie Zütphen haben das Kunstradfahren sowie die ehrenamtliche Arbeit im GRMSV Tradition. Schon Großvater Johann war im Verein aktiv, heute sind es neben den beiden Schwestern vor allem die Eltern. Vater Ralf ist 2. Vorsitzender, Mutter Silvia Jugendleiterin. Klar, dass sich die Mama über die Auszeichnung für die Töchter freut: "Das ist sehr motivierend. Sie waren stolz, dass ihre Arbeit nicht nur im Verein, sondern auch mal von außen anerkannt wird. Und sie haben es sich verdient", sagt Silvia van Zütphen, die den jungen Leuten den Aufwand umso höher anrechnet, "seit dem sie durch Ganztagsunterricht in den Schulen und Studium bis zum späten Nachmittag kaum noch Zeit für etwas anders haben". Da sei es gerade für die Vereine nicht immer einfach, Leute zu finden.

Gut, dass es Familien wie die van Zütphens gibt. Mutter Silvia besteht aber darauf, ihren Kindern immer Freiraum gelassen zu haben. "Alina wollte früher lieber tanzen. Das hat sie auch gemacht, sich dann aber irgendwann für das Kunstradfahren entschieden." Und das erfolgreich. Denn neben ihrem Engagement für andere, trainiert sie leistungsorientiert. Bei der DM 2012 kam sie sogar bis auf Rang sieben.

(bs-)