1. NRW
  2. Städte
  3. Moers
  4. Sport

Tennis: "40/4" - nur ein Experiment?

Tennis : "40/4" - nur ein Experiment?

Stramm auf das 50. Lebensjahr marschieren die Tennis-Cracks des Kapellener TC zu, aber sie wollen es noch einmal wissen. In der untersten Liga beginnen sie im Mai ihre Medensaison – und bereiten sich mit beinhartem Training vor.

Stramm auf das 50. Lebensjahr marschieren die Tennis-Cracks des Kapellener TC zu, aber sie wollen es noch einmal wissen. In der untersten Liga beginnen sie im Mai ihre Medensaison — und bereiten sich mit beinhartem Training vor.

Vorweg genommen: Sie sind nicht die ältesten Aktiven des Kapellener Tennis-Clubs, und trotzdem sind sie doch die ungewöhnlichsten Spieler, die am vergangenen Donnerstag ihr Mannschaftsfoto haben schießen lassen. "Wir sind die 40/4", erklärt "Teammanager" Stefan Tavenrath stolz. Doch was sich hinter der merkwürdigen Bezeichnung verbirgt, verspricht auf den ersten Blick wenig sportliche Klasse. "40/4" — das bedeutet: Die vierte Mannschaft Ü 40 des KTC, gespickt mit Jungs, die steil auf das 50. Lebensjahr zugehen.

In diesem Alter, da die meisten ihre sportlichen Ambitionen beendet haben, wollen sie es aber noch einmal wissen. Innerhalb von zwei Jahren baute Trainer Achim Heidelberg das Team zusammen. Alle starten in der Leistungklasse 23, Spielerpässe, Ranglisten sind bereits erstellt, auch das beste Schlägermaterial ist schon vorhanden. Nun beginnt für sie die erste Medensaison in der Bezirksklasse E.

Die Anspannung ist spürbar

"Wir sind alle heiß auf die neue Saison", so Tavenrath. Für die zehn "Cracks" ist es die erste Spielzeit im direkten Vergleich mit anderen Mannschaften. Aus diesem Grund weiß niemand von ihnen so recht, worauf man sich da einlässt. Vor allem Trainer Heidelberg gibt sich aber selbstbewusst. "Wir gehen mit hohen Erwartungen in die Saison", so der Übungsleiter. Das große Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr. Das Leistungsspektrum ist groß, und die Spieler könnten nicht unterschiedlicher sein.

Manche kommen aus tennisverwandten Sportarten, wie Badminton oder Squash. Allein durch ihre Erfahrung sollten sie mit dem "Racket" etwas besser umgehen können als ihre Teamkameraden. Denn bei diesen stellt sich erst noch die Frage, ob ihr "Talent" für Tennis wirklich ausreichen wird. Ihre sportliche Herkunft sind Fußball, Handball, sogar Marathon oder das Rennrad. Trotzdem bleiben die "alten Herren" optimistisch.

"Wir sind ein bunt gemischter Haufen aus ehemaligen Sportlern", erläutert Tavenrath, "und sehen das alles mit einem Augenzwinkern. "Wir können alle gut über uns selbst lachen, nehmen die Spielerei zwar ernst, wissen aber auch, was im Vordergrund steht. Wir kommen eben über den Spaß, die Gemeinschaft und eisenhartes Training zum Erfolg, und so wollen wir bestehen."

Am Ehrgeiz sollte es nicht scheitern. Erwarten können sie es kaum noch. Der erste Spieltag ist terminiert: Am 13. Mai erwarten die Hobbyspieler auf der Kapellener Platzanlage den ASV Lank. Spätestens dann wird sich zeigen, wo sich die "40/4" sportlich einzuordnen hat.

Das Team: Stefan Tavenrath, Thomas Pfeiffer, Stefan Stratmann, Ralf Dommasch, Jürgen Kohl, Michael Janßen, Norbert Brüggen, Achim Bunk, Christian Schneider und Norbert Bösken; Trainer Achim Heidelberg.

(kt)