Tennis: 1:8 – aber eigentlich alles richtig gemacht

Tennis : 1:8 – aber eigentlich alles richtig gemacht

Der Bundesligist aus Moers kehrte mit hoher Niederlage vom Meister Bocholt zurück, verkaufte sich dabei aber teuer.

Damen-Tennisbundesligist TC ZWS Moers 08 hat seine Partie beim TC WattExtra Bocholt mit 1:8 verloren. Offiziell geht das Ergebnis als eine der höchsten Niederlagen des Clubs seit seinem Einzug in die Liga in die Statistik ein. Schlecht geschlafen hat nach der deutlichen Niederlage aber niemand im Moerser Lager. "Wir haben im Grunde alles richtig gemacht", kommentierte 08-Manager Stefan Hofmann sogar das Resultat.

Tennis in Bocholt ist stets ein Event. 900 Zuschauer hatten ihre Freude an den Spielerinnen, die die Gastgeber auf den Platz schickten. "Das war eine Weltauswahl", zeigte sich auch Hofmann von der Tschechin Klara Zakopalova, Austrias Tamira Paszek, Kiki Bertens aus den Niederlanden oder der deutschen Fed-Cup-Spielerin Anna-Maria Grönefeld imponiert. Nun hat 08 zwar nicht die Kreisauswahl im Kader stehen, doch hintenan stellen muss sich der Meister des Jahres 2004 beim Titelträger des Vorjahres allemal. "Wir hätten mit unseren sechs besten Damen antreten können und hätten dann wohl auch verloren", sah Hofmann sich nach der Partie darin bestätigt, den in den beiden ersten Moerser Ligaspielen eingesetzten Laura Pous Tio und Patricia Mayr-Achleitner einen freien Pfingstsonntag zu ermöglichen.

Michaela Honcova und Stanislava Hrozenska wurden stattdessen von 08 als Spitzenspielerinnen ins Feuer geschickt. Während Honcova sich gegen Zakopalova mit vier Punkten in zwei Sätzen begnügen musste, sorgte Hrozenska für bange Blicke im Bocholter Lager. Die Moerserin gewann die ersten acht Spiele ihrer Partie gegen die Nummer 31 der Weltrangliste, ehe sich unnötige Fehler einschlichen, die Tamira Paszek wieder ins Spiel brachten. Die Österreicherin bog den 0:6, 0:2-Zwischenstand noch in einen Dreisatzsieg um. Auch Marrit Boonstra erwischte Grönefeld im ersten Satz auf dem falschen Fuß und spielte sich nach 1:5 an den Ausgleich heran. Pech: Die Bocholterin spielte mit ihrem starken Aufschlag im passenden Moment den Joker aus und rettete das Spiel. Die erstmals für ein Bundesligaeinzel nominierte Sabine Krause durfte einen Satz lang auf eine faustdicken Überraschung hoffen. Die 23-jährige Kamp-Lintforterin im Moerser Dress behauptete sich im ersten Durchgang gegen Chayenne Ewijk mit 6:4, ehe der Faden gegen die ZWS-Open-Siegerin 2012 doch noch riss.

Honcova und Hrozenska retteten in ihrem Doppelspiel den Moerser Ehrenpunkt, den sich das Team angesichts ihres mitunter beherzten Auftritts redlich verdient hatte. Das Duo besiegte ausgerechnet die beiden Bocholter Topspielerinnen und ließ sich dabei noch nicht einmal von einem Satzrückstand beeindrucken.

(dk)
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