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Kommentar: Sport und Skeptiker

Kommentar : Sport und Skeptiker

Ist es Zufall, dass sowohl in Neukirchen-Vluyn als auch im benachbarten Rheurdt eine kontroverse Debatte über die Zukunft der Sportstätten geführt wird? In beiden Fällen geht es um neue Anlagen, die viel Geld kosten werden. Die Vereine drängen, doch in der Politik wachsen Zweifel. In beiden Kommunen treten Christdemokraten für weniger aufwendige Lösungen ein.

Zufall, ja, könnte sein. Aber vielleicht auch ein Signal, dass scheinbar unverrückbare Maximen in der Kommunalpolitik wackeln - in diesem Fall jene, dass für den Vereinssport alles in Bewegung gesetzt werden muss. Das Freizeit- und Sportverhalten ändert sich. Viele trainieren lieber einzeln, entdecken neue Formen der Leibesertüchtigung, abseits vom traditionellen Mannschaftssport mit Vereinsheim und Pokal-Vitrine. Und wenn Eltern, wie jüngst in Krefeld, zweifeln, dass ihre Sprösslinge die Strecke des Martinszug bewältigen können, verheißt das auch nichts Gutes für die Zukunft der Sportvereine. Wer jetzt üppig plant, könnte in einen Jahren gezwungen sein zurückzustecken.

stefan.gilsbach@rheinische-post.de

(RP)