Moers: "Späte Freiheit" ist aktiv für Senioren

Moers : "Späte Freiheit" ist aktiv für Senioren

Egal ob Boule, Tanz, Yoga, Fotografieren oder Literatur: Die Senioren der "Späten Freiheit" sind seit 20 Jahren aktiv. Elisabeth Gerstenberger hatte die Repelener Selbsthilfegruppe einst gegründet. Heute wird in Repelen gefeiert.

Es klingt irgendwie schon sehr dramatisch. "Späte Freiheit" suggeriert Revolution und Gefangenschaft. Auch das Wort Selbsthilfegruppe lässt einen an schlimme Erlebnisse und eine schmerzhafte Vergangenheit denken. Doch es ist alles ganz anders. "Unsere Gründer haben sich da wohl einen sehr revolutionären Namen ausgesucht", sagt Ariane Ehlert, die sich um die Geschicke der Gruppe kümmert. Die Selbsthilfegruppe sei vielmehr eine Gemeinschaft, die "die Senioren fithalten soll". Und wie kam es zur "Späten Freiheit"?

"Früher saßen die Senioren im Alter nur noch hinter dem Ofen. Durch unsere Gruppe sollen sie die Aktivität entdecken", erklärt Ehlert den Namen. Aktiv sind die Senioren nun schon lange. In diesem Jahr feiert die Gruppe ihren 20. Geburtstag.

Elisabeth Gerstenberger war die Initiatorin des Projektes. Sie wollte den älteren Menschen des Stadtteils neue Freizeitmöglichkeiten anbieten. Gemeinsam mit weiteren Repelenern fuhr sie in die Niederlande, wo es ähnliche Gruppen bereits gab, und ließ sich dort inspirieren.

"Sie war unsere gute Seele, unser Motor", beschreibt Wolfgang Simon, nun gemeinsam mit Ariane Ehlert federführend im Einsatz, das langjährige prägende Gesicht der "Späten Freiheit". 2012 verstarb Elisabeth Gerstenberger. Ihre Intention und die vielen Ideen blieben. Inzwischen bietet die Selbsthilfegruppe ein breit gefächertes Panorama an Aktivitäten. Mehr als 50 Senioren verbringen ihre Freizeit in der "Späten Freiheit". Boulewettbewerb, Yoga, oder der sehr beliebte Gedächtniskursus — da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wolfgang Simon mag besonders die Fotografie.

Im Seniorenbüro in Repelen, der Anlaufstelle der Gruppe, werden aktuell diverse Werke der Fotografie-Equipe unter dem Motto "Von wegen alt" ausgestellt, darunter auch Exponate von Simon selbst. In den vergangenen 20 Jahren sind dank der "Späten Freiheit" viele Freundschaften entstanden. Die Repelener Senioren möchten auf ihre Selbsthilfegruppe nicht mehr verzichten. "Sie werden durch die vielen Aktivitäten immer flotter", berichtet Ariane Ehlert schmunzelnd. Wolfgang Simon ergänzt: "Alle sind mit ganzem Herzen dabei. Das spürt man." Am 12. Juli wird der runde Geburtstag dann im Seniorenbüro gebührend gefeiert. "Dieses Jubiläum macht einen schon sehr stolz", sagt Ariane Ehlert. Für die Zukunft planen die Repelner, sich mit anderen Senioren-Gruppen aus der Region verstärkt zu vernetzen. Simon: "So können wir neue Kontakte knüpfen."

Ein gemeinsames Boule-Turnier mit Senioren aus Meerbeck ist da ein erster Anfang. Zur Info für die Meerbecker sei nochmals daran erinnert: Die Senioren der "Späten Freiheit" haben keine schmerzhafte Vergangenheit, sie sind einfach nur seit 20 Jahren aktiv.

(RP)
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