Moers: Sorge um Sicherheit der Schwanenküken

Moers : Sorge um Sicherheit der Schwanenküken

Die sieben Schwanenküken sind die Lieblinge vieler Schlossparkbesucher. Nun ist die Freude getrübt, weil eines der Tiere verletzt ist. Ob es von einem Hund angefallen wurde, wie manche vermuten, ist ungewiss.

Im Schlosspark gilt eine Anleinpflicht für Hunde. Doch vielen Haltern sei dies egal, bedauert Margot Steiner. "Sie scheinen den Park als ihren Vorgarten zu betrachten und lassen die Tiere frei herumtollen." Die Moerserin hat sich die Mühe gemacht und das Treiben im Park einige Wochen lang regelmäßig beobachtet. Besonders abends jagten Hunde durch die Anlage, sagt sie. "Die Besitzer wissen genau, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamts dann Feierabend haben."

Margot Steiner ist überzeugt: Die Beinverletzung eines der Schwanenjungen, die im Park leben, geht auf die Hunde zurück. Das Jungtier humple, es könne kaum noch laufen. Nicht nur Steiner ist besorgt. Immer wieder sind in den vergangenen Jahren Schwanenküken geschlüpft und später verschwunden. Im vergangenen Jahr sind von sechs Küken nur drei übrig geblieben. Vor sechs Jahren verschwanden sämtliche Junge über Nacht. Im Jahr danach organisierten Moerser eine "Schwanenwache", die rund um die Uhr im Einsatz war. Der Verdacht, dass ein Hund nach dem jungen Wasservogel geschnappt hat, liegt nahe. "Das hören wir immer wieder", sagte gestern Hans Glader von der Biologischen Station Kreis Wesel. "Es gibt Leute, die Spaß haben, wenn ihr Hund Spaß hat." Dennoch möchte er keinen Hundehalter vorverurteilen. Er kenne Fälle, in denen Jugendliche aus Spaß mit Steinen nach Wasservögeln geworfen haben. Und was das "Verschwinden" von Jungvögeln angehe: "In manchen Gewässern fressen Welse Enten- und Schwanenküken."

Hinweise auf das verletzte Schwanenküken aus Moers sind mittlerweile bei der Stadt, im Tierheim, beim Naturschutzbund (Nabu) in Wesel und bei der Kreisverwaltung eingegangen. "Wir haben leider nicht die Möglichkeit, den verletzten Vogel bei uns zu pflegen", sagte gestern Nicola Roßbach vom Tierschutzverein. "Wir können Vögel nicht artgerecht halten und Jungvögel schon gar nicht." Auch der Nabu verfügt nicht über solche Möglichkeiten. Es gebe spezielle Pflegestationen für Vögel, hieß es dort gestern. Die nächste, Paasmühle (www.paasmuehle.de), liege in Hattingen. Die Frage sei allerdings, wer den Jungschwan einfangen sollte. Schwäne könnten äußerst aggressiv werden, wenn es gilt, ihre Jungen zu verteidigen.

Der Kreis Wesel hat nach Hinweisen auf den verletzten Jungschwan den für den Schlosspark zuständigen Revierpächter informiert. Da es sich um einen Wildvogel handle, sei dieser zuständig, sagte Kreissprecher Gerhard Patzelt. Er riet besorgten Moersern davon ab, sich auf eigene Faust um das humpelnde Küken zu kümmern und erinnerte daran: "Wer mit dem Tier zum Tierarzt geht, muss auch die Rechnung bezahlen."

Die Stadt Moers möchte den Anlass nutzen, die Kontrollen im Schlosspark zu intensivieren. Es treffe zu, dass die acht Mitarbeiter im Außendienst des Ordnungsamts in der Regel in ihrer normalen Dienstzeit, die gegen 17 Uhr ende, kontrollierten. "Wir haben bislang die Erfahrung gemacht, dass dies, was Hundekontrollen angeht, reicht", sagte gestern Klaus Janczyk, Pressesprecher der Stadt.

Hundehalter, die gegen die Anleinpflicht verstoßen, würden in der Regel zunächst mündlich verwarnt. Im Wiederholungsfall drohe ein Bußgeld, das bei fünf Euro anfange und (im bisher auch nicht annähernd eingetretenen Extremfall) bis zu 100 000 Euro betragen könne.

(RP)
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