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Moers: Songs über Wut, Liebe und Kummer

Moers : Songs über Wut, Liebe und Kummer

Deutsche Popmusik, Jazzbläser und Punk auf einem Konzert? Diese Vielfältigkeit bot der Clash of the Band-Wettbewerb am Samstagabend im Bollwerk. Vier junge Bands gaben alles. Steckenpferd überzeugte mit technisch starkem Spiel.

Flo (26) von Skittle Alley schüttelt seine langen Haare, während er die Akkorde seiner E-Gitarre ausreizt, fängt an, auf und ab zu hüpfen. Von der einen Seiten zur anderen, zwischen Felix, dem Sänger, mit der klaren Stimme und Mick an der Gitarre, hin und her. Ab und zu dreht er sich zu Micha, dem Schlagzeuger, um ihn in seinem Spiel anzuheizen. Die Mischung aus Pop und Punk kommt bei der Menge an, in der ersten Reihe tanzt ein Junge in weißem T-Shirt mit seinen Freunden. Der größte Fan der Band, wie sich später herausstellen wird.

E-Gitarrist Flo jedenfalls wird am Sonntag wohl mit einem Muskelkater aufwachen. "Ich bin ausgepowert", gibt er später zu. "Aber Musik machen mit Freunden - das ist das Beste." Die vier jungen Männer von Skittle Alley aus Datteln rocken seit 2009 zusammen, angefangen hat alles als Schülerband. "Unser erstes Konzert war in der Waldorfschule", erinnert sich Flo. Er sitzt neben Gitarrist Mick auf dem braunen, etwas abgegriffenen Sofa im Backstageraum. "Inzwischen haben wir schon 60, 70 Konzerte hinter uns. Und seit 2015 ist ein Fan immer mit dabei, der Marvin", erzählt Flo. Mick nickt: "Ich finde das super. Wir haben auch schon ein Bier mit ihm getrunken." Später kommt Sänger Felix dazu, setzt sich neben die beiden auf die Sofalehne. Er legt den Finger an den Mund. "Hört mal, gerade spielt Bakali. Die Sängerin hat eine tolle Stimme, ich hab Gänsehaut", meint er und nickt anerkennend.

Tatsächlich erinnert die Stimme von Sängerin Svea Repenning stark an die von Janine Meyer, die bis 2016 mit ihrer Band Luxuslärm erfolgreich war. Svea schreibt die Texte für ihre Band, die seit einem Jahr besteht. Der Auftritt beim Clash of the Bands ist erst ihr zweiter. Die Band harmoniert gut auf der Bühne, die deutschen Songs handeln von Emotionen wie Wut, Liebe und Kummer, mit denen sich jeder identifizieren kann.

In einer der vorderen Reihen tanzt Marvin (20) mit seiner Freundin Anna (18) zu Bakalis Song "Tupfige Wolken". Marvin ist jener Fan, der seit mehr als einem Jahr jedes Konzert von Skittle-Alley-Konzert besucht. Nach dem Auftritt von Bakali steht er mit Anna und drei Freunden vor der Halle, legt bis zur nächsten Band eine Pause vom Tanzen ein. "Skittle Alley ist einfach klasse. Sie machen Gute-Laune-Punk, der Anna und mir super gefällt. Die Band Youth in Retrospect, die danach gespielt hat, fand ich auch cool." Die Stilrichtung Post Hardcore und die Screaming-Parts haben ihm sehr zugesagt.

Dann geht's wieder in die Halle, Steckenpferd spielt. Die siebenköpfige Band ist eine außergewöhnliche Formation mit Jazzbläsern, Akustikgitarre, Schlagzeug und Bass. Ihr Stil? Da will Sängerin Nina sich nicht festlegen. "Wir spielen poppigen Jazz, das kann man schon sagen", meint Bandkollege Jonas. Sicher ist: Publikum und Jury waren überzeugt und wählten die Düsseldorfer auf Platz eins. Bakali landete auf dem zweiten Platz und tritt im März beim Rock-it-Festival auf.

(jma)