Rp-Serie Energiewende Niederrhein: Solarpark übertrifft alle Erwartungen

Rp-Serie Energiewende Niederrhein : Solarpark übertrifft alle Erwartungen

Rund acht Prozent mehr Strom hat die Energie-Anlage in der Dong in Neukirchen-Vluyn produziert. Der Betreiber ist zufrieden. Auch Fauna und Flora entwickeln sich prächtig. In Zukunft soll der Park auch als Bildungsstätte dienen.

Vor rund einem Jahr war das Mühlenfeld in der Dong in Neukirchen-Vluyn noch ein unwegsames Gelände - bewachsen mit hohem Gras und dornigen Sträuchern. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Stattdessen produzieren an der Stelle seit dem 20. September 2013 rund 14 000 Solarmodule grünen Strom.

Jährlich, so ergaben die Berechnungen, sollten über drei Millionen Kilowattstunden Strom produziert werden - genug um 940 Einfamilienhäuser zu versorgen. Rund zehn Monate nachdem der Solar-Park ans Netz gegangen ist, zieht Kai Gerhard Steinbrich, Geschäftsführer der Enni Solargesellschaft, ein erstes Fazit. "Die Anlage hat sich nicht nur bewährt. Sie hat sogar unsere Erwartungen übertroffen", sagt Steinbrich. Rund acht Prozent mehr Strom wird der Park nach Ablauf des ersten Betriebsjahres produziert haben. In Zahlen heißt das: 3,6 Millionen Kilowattstunden, genug für 1030 Haushalte pro Jahr. "Das entspricht etwa so viel wie fünf Prozent des Jahresbedarfs von Neukirchen-Vluyn", rechnet Steinbrich vor.

Er führt das gute Ergebnis einerseits auf die gute Wetterlage zurück. Andererseits könne man den Wirkungsgrad - "die Performance" - einer solch großen Anlage nicht hundertprozentig vorhersagen. "Es werden sicherlich auch Jahre kommen, in denen die Anlage weniger als die Prognose produziert", sagt Steinbrich. Bisher sei man aber voll zufrieden.

Gleiches gilt für die Robustheit der Anlage: "Sie ist sehr zuverlässig", sagt Steinbrich. Die Wartung beschränke sich lediglich auf die Reinigung. "Das geschieht allerdings nur im Abstand von Jahren sowie die Grünpflege des Geländes."

Bei der Pflege müsse allerdings besonders auf den Tier- und Artenschutz geachtet werden. Für die dort ansässige Kreuzkröte beispielsweise müssen spezielle Flächen angelegt sein. "Die Arbeiten sind eng mit dem Kreis Wesel und mit dem Naturschutzbund (Nabu) abgestimmt. Der Nabu hat beobachtet, das sich die Kreuzkröte auch nach der Baumaßnahme auf dem Gelände weiter entwickelt", sagt Steinbrich.

Die acht Hektar große Solaranlage - das entspricht etwa elf Fußballfeldern - entwickelt sich derzeit auch zu einem beliebten Ausflugsziel. Der Energieversorger Enni bietet Interessierten auf der sogenannten Ökotour an, den Solarpark unter die Lupe zu nehmen und sich über die Energiewende zu informieren. Außerdem ist er als Ausflugsziel unter anderem in der Radwanderkarte für den Niederrhein erwähnt.

In Zukunft sollen hier aber auch Exkursionen von Schulklassen stattfinden.

(RP)