Moers: Sieben Künstler ziehen ins Atelierhaus

Moers: Sieben Künstler ziehen ins Atelierhaus

Das neue Atelierhaus lud ein zu einem ersten "Happening" in das ehemalige Herbergshaus.

Es ist geschafft: Das Haus ist voll. Sieben Künstler aus der Region haben seit Anfang des Jahres im Naturfreundehaus in Vinn eine neue künstlerische Heimat. Damit wurde der Wandel vom bisherigen Herbergshaus zum neuen "Atelierhaus Moers" vollzogen. Die Idee, ein Atelierhaus in der Grafenstadt zu gründen, hatte der in Moers geborene und seit gut zwei Jahren hier auch wieder lebende Künstler Becker Schmitz. Zusammen mit Ratsmitglied Atilla Cikoglu und den Naturfreundehaus-Betreibern, dem Ehepaar Martina und Harald Hüskes, gelang es, aus der Idee, einen Plan zu entwickeln und diesen in die Realität umzusetzen.

Sieben große Räume auf der ersten Etage, allesamt ehemalige Gästezimmer, waren für Kunst zu vergeben und sieben Künstler haben diese inzwischen bezogen. Sie alle - bis auf den Initiator Becker Schmitz natürlich - mussten sich für das Atelierhaus bewerben, ob über die öffentliche Ausschreibung via Internet oder infolge persönlicher Ansprache. Jetzt sind alle Räume belegt und das Atelierhaus komplett. Aus diesem Grund veranstalteten die Künstler jetzt dort ein erstes "Happening", indem sie draußen ein sogenanntes "in situ"-Kunstwerk in Gestalt eines "offenen Hauses" (welch eine Symbolik!) aus ehemaligem Herbergsmobiliar bauten.

Beteiligt daran waren Diana Beye, "Cho", Jutta Dammers-Plaßmann, Dirk Dijksma, Birgit Kalke und Becker Schmitz. Sie alle und die wegen Krankheit verhinderte Ulrike Martens bilden das künftige Team des Atelierhauses. Beye kommt aus Moers und ist Malerin und Bildhauerin. Persönlich wie künstlerisch versteht sie sich als Behüterin von Leben, ob in der Menschen-, Tier- oder Pflanzenwelt. Ihr Credo: "Zum Sein zurückkommen." Auch Dammers-Plaßmann ist Malerin und seit 2016 Schülerin bei Markus Lüpertz an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbenmoor. Sie arbeitet sowohl groß- als auch kleinflächig, ungegenständlich und abstrakt.

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Dijksma hat einst zwar Kunst in Köln studiert und ist derzeit Lehrer an der Hilda-Heinemann-Schule. Doch seinen Arbeitsschwerpunkt im Atelier will er auf die Literatur und das inklusive Theater legen. Last but not least lebt und arbeitet auch Martens in Moers. Sie sagt von sich selbst, sie sei eine "chronische Künstlerin". Denn all ihre Beobachtungen und Überlegungen würden in Zeichnungen, Geschichten, Gedichten, Bildern, Filmen und Aktionen landen. Kalke indes stammt aus Neukirchen-Vluyn, wo sie lebt. Ihre Kunstrichtung ist die Akt- und Landschaftsmalerei. Der Düsseldorfer Claus-Henning Obst hat vor Jahren seinen Beruf an den Nagel gehängt und agiert - gerne hinter einer Maske versteckt - seitdem als multimedialer Aktionskünstler unter dem Namen "Cho".

Becker Schmitz, Maler und Grafiker, ist mit der Zusammenstellung mehr als zufrieden. "Für uns besteht hier nun die große Chance, sich frei zu entfalten und die geballten Kompetenzen und Potentiale in das Projekt einzubringen", sagt er. "So kann ein ungemein spannender Freiraum für kreative, innovative und partizipative Prozesse entstehen." Das Atelierhaus sieht er als eine Art Labor, wo künstlerische Versuche und Experimente nicht nur erwünscht, sondern gewollt sind. "Dieser Ort mit diesem Team bietet meines Erachtens beste Voraussetzungen, künstlerische Visionen zu entwickeln und auszuleben."

(reife)