Senioren helfen sich in Moers selbst.

Moers : Senioren helfen sich selbst

Zehn Jahre gibt es das Meerbecker Nachbarschaftsnetzwerk. Im Jahr des runden Geburtstages wird es um ein Nachbarschaftshilfe erweitert. Außerdem lädt es für den 3. September zu einem Vortrag ein.

„Hier gibt es keine Angebote von oben. Sondern die Menschen bringen ihre Idee ein, sagen, sie könnten zum Beispiel einen Computerkurs oder einen Kochkurs anbieten.“ So beschreiben die Projektleiter Wolfgang Angerhausen und Friedrich Weber das Konzept, auf dem das Netzwerk 55plus Meerbeck gründet. Dieses Nachbarschaftsnetzwerk, das an die evangelische Erwachsenenbildung angeschlossen ist, wurde 2008 gegründet und wächst seitdem.

Im Jahr des 10.Geburtstages kommt ein neues Angebot des Netzwerkes hinzu. Ab dem Herbst baut es eine Nachbarschaftshilfe auf. „Die Menschen sollen auf einem einfachen Formular eintragen können, was sie sich wünschen, zum Beispiel am Donnerstagmorgen eine Begleitung beim Einkaufen oder am Freitagnachmittag ein Spaziergehen“, berichtet Wolfgang Angerhausen. „Andere Personen des Netzwerkes sollen diese Aufgaben übernehmen.“

Von diesen zählt das Netzwerk 200, die regelmäßig zu den Angeboten kommen, wobei es kein Verein mit festen Mitgliedschaften ist. „Die meisten sind zwischen 60 und 85 Jahren alt“, berichtet Friedrich Weber. Von diesen 200 Personen sind 20 Kümmerer, die das Programm organisieren. Es umfasst sportliche Aktivitäten, etwa ein regelmäßiges Zumbatanzen im Gemeindehaus an der Bismarckstraße oder Kanutouren zu besonderen Anlässen, kulturelle, wie einen Besuch des Hauses der Deutschen Geschichte in Bonn, oder gesellige, zum Beispiel ein Tanztee. Mitglieder des Netzwerkes bieten Kochkurse. Sie organisieren gemeinsame Wanderungen auf Schusters Rappen und mit dem Rad. Sie laden zu Grillnachmittagen ein. Oder sie gründen gerade einen Netzwerkchor. Außerdem unterstützen sie ein Hilfsprojekt in Rumänien.

„Wenn man eine eigene Idee umzusetzen kann, macht man das mit viel mehr Kraft und Enthusiasmus“, hat Weber beobachtet. Er gehört mit Angerhausen zu denen, die sechs bis sieben Vortragsnachmittage im Jahr organisieren. Diese haben Themen, die die meisten Menschen über 60 Jahre interessieren, zum Beispiel den Vortragsnachmittag „Wohnformen im Alter“. Dabei ist der Aufbau der Vorträge den Zuhörern angepasst. Mehrere Fachleute bringen mit kurzen Statements ihr Wissen vor, um dann mit den Zuhörern im evangelischen Gemeindesaal ins Gespräch zu kommen. Dazu werden Kaffee und Kuchen gereicht.

Das soll auch beim Vortrag am 3. September so sein. Dieser steht ab 14 Uhr im evangelischen Gemeindesaal an der Bismarckstraße 35b unter dem Thema „Altersgerechte Assistenzsysteme“, zu denen beispielsweise Uhren mit Zeitansagen auf Knopfdruck genauso gehören wie Herde mit automatischen Abschaltungen. Es sprechen Ingolf Rascher, Soziologe an der Ruhr­universität Bochum, Enrico Löhrke, Geschäftsführer der Inhouse GmbH, sowie Aline Wybranietz, Neukirchen-Vluyner Quartiersmanagerin und Mitarbeiterin des Sozialwerkes St. Georg Niederrhein. Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen per Telefon unter 02841 5182066, per E-Mail unter netzwerk@meerbeck55plus.de oder persönlich im Gemeindehaus an der Bismarckstraße 35b.

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