Kirchliche Zusammenarbeit Schwester aus Kairo besucht Kirchenkreis Moers

Moers · Schwester Demiana lebt und arbeitet in einem Müllgebiet in der ägyptischen Hauptstadt. In Moers und Duisburg informierte sie sich über soziale Projekte. Wie der Kirchenkreis die koptische Kirche in Ägypten unterstützt.

Schwester Demiana (links), Pastor Dietmar Boos und Pfarrerin Laura Bowinkelmann beim Mittagstisch der evangelischen Kirchengemeinde Moers-Scherpenberg.

Schwester Demiana (links), Pastor Dietmar Boos und Pfarrerin Laura Bowinkelmann beim Mittagstisch der evangelischen Kirchengemeinde Moers-Scherpenberg.

Foto: Kirchenkreis Moers

Schwester Demiana lebt und arbeitet normalerweise in Ezbet el-Nakhl, einem Müllgebiet in Kairo. Dort ist sie als Leiterin der Mahabba-School tätig. Die Schule ist Teil eines großen Projektes des Schwesterordens „Daughters of Saint Mary" mit einem Gesundheitszentrum, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen inklusive Werkstatt und Wohnheim sowie einem Sozialberatungsdienst. Für mehrere Tage besuchte Schwester Demiana jetzt den Kirchenkreis Moers, um sich darüber zu informieren, wie die evangelische Kirche am Niederrhein auf besondere Situationen von Menschen eingeht.

Sie besuchte unter anderem den Mittagstisch der Evangelischen Kirchengemeinde Moers-Scherpenberg. Pfarrerin Laura Bowinkelmann berichtete ihr, dass das Angebot täglich etwa 30 Frauen und Männer nutzen, die in Gemeinschaft essen möchten. Der Mittagstisch biete den Besuchenden nicht nur Heimat und einen beliebten Tagestreffpunkt. Er helfe auch, dass Menschen einander im Blick halten und bemerken, wenn eine ältere Person erkrankt ist und nicht mehr zum Mittagstisch komme. Zudem unterstütze er allein Lebende dabei, eine verlässliche Tagesstruktur zu bewahren.

Im Rahmen des Besuchs überreichte Pfarrerin Bowinkelmann, die zugleich als Skriba die zweite Vertreterin des Superintendenten ist, der ägyptischen Besucherin ein Willkommensgeschenk des Kirchenkreises Moers.

In Homberg, dem benachbarten Duisburger Stadtteil, informierte sich der Gast aus Ägypten bei Silke Horstmann aus dem Leitungsteam der „Hochheider Tasche“ über die Lebensmittelausgabe der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Homberg und Hochheide, der Grafschafter Diakonie und der Caritas. „140 Kundinnen und Kunden haben wir. Dahinter stehen mit Kindern, Ehepartner oder Ehepartnerin etwa 350 Personen“, erklärte die 49-Jährige. „Jeden Mittwoch geben wir Obst, Gemüse, Brot, Konserven etc. an Menschen in schwieriger finanzieller Situation ab. Diese werden von Supermärkten und Einzelhandelskaufleuten gespendet, manches muss aber auch zugekauft werden.“ Ein verlässliches Team organisiere die Hochheider Tasche ehrenamtlich. Um die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen, wären weitere ehrenamtliche Mitarbeitende hilfreich, sagte Horstmann.

In Rheinhausen besuchte Schwester Demiana die „Tagespflege an der Friedenskirche“. Die Einrichtung der Grafschafter Diakonie ist ein Ort für Seniorinnen und Senioren, die von ihren Angehörigen zuhause gepflegt werden. Betreut von Fachkräften der Grafschafter Diakonie finden sie dort einen ganz normalen Alltag, erleben soziale Kontakte und können beim gemeinsamen Singen, Spielen, Basteln und bei Alltagsbeschäftigungen wie beim Tischdecken oder Spülmaschine Ausräumen gute Momente genießen. Dafür ist die Einrichtung im Gemeindezentrum der evangelischen Emmauskirchengemeinde Bereich Friedenskirche von Montag bis Samstag von acht bis 16 Uhr geöffnet. Angehörige bekommen durch diese Einrichtung Auszeiten von der Pflege, die sie zur Erholung ebenso nutzen können wie für Behördengänge, Arztbesuche etc.

Im Haus Tabea, dem Treffpunkt der Kaiserswerther Schwesternschaft, nahm sie am sogenannten Ökumenekreis teil. Dort informierte sie sich über die vielfältigen international-diakonischen Aktivitäten der Kaiserswerther Schwesternschaft und berichtete ihrerseits über das Wirken der Daughters of St. Mary insbesondere in Ezbeth El Nakhl.

„Es wird gute Arbeit geleistet bei den Einrichtungen, die ich besucht habe“, resümierte Schwester Demiana nach den beiden Besuchstagen beeindruckt. Schwester Demiana berichtete ihrerseits auch über den Fortgang des Baus des Neuen Krankenhauses in Ezbet el-Nakhl. Die evangelischen Kirchengemeinden, die den Kirchenkreis Moers bilden, haben über Spenden dabei in enger Verbundenheit mitgeholfen. Seit 1979 unterhält der Kirchenkreis Moers eine Partnerschaft mit der koptischen Kirche in Ägypten, zu der der Orden gehört. Pastor Dietmar Boos, Vorsitzender des kreiskirchlichen Ägyptenausschusses, konnte so auch Details der Unterstützung des Krankenhausprojekts benennen. „Bis heute haben wir knapp 12.000 Euro an Spenden bekommen. Von Einzelspendern haben wir Beträge bis zu 1000 Euro erhalten. Unsere Spenderinnen und Spender, der Kirchenkreis Moers, die EFG Duisburg- Hamborn, die Synodaltagung im Juni und die Kaiserswerther Schwesternschaft haben dazu beigetragen, dass wir den Orden mit seinem Krankenhaus-Projekt in dieser Höhe unterstützen können.“

(RP)
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