1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Schulsterben in Hochstraß

Moers : Schulsterben in Hochstraß

Die Verwaltung hat dem Schulausschuss keine leichte Aufgabe gestellt: Im Planungsraum Moers-Ost gibt es zuviel Grundschulkapazitäten. Eine Schule muss dran glauben: Willi-Fährmann oder St. Marien-Grundschule.

Jetzt haben die Schulkonferenzen das Wort. Die Verwaltung hat „schulorganisatorische Überlegungen zum Schulstandort Kirchenallee 100/102“ eingebracht, die im Klartext das Ende für eine von zwei Grundschulen bedeutet: gemeinschaftsgrundschule Willi-Fährmann oder katholische Grundschule St. Marien. Der Beschluss des Schulausschusses sieht vor, die Schulkonferenzen dieser beiden Schulen bis zum 14. März (!) zu beteiligen, ebenso die Schulkonferenzen der Uhrschule, Eichendorff-Schule, Astrid-Lindgren-Schule und Eschenburgschule.

Ein Klassenzug zuviel

An der Kirschenallee sind beide Grundschulen aneinander angrenzend untergebracht. Von der Planung sind der Willi-Fährmann-Schule Zweizügigkeit, der St. Marien-Schule 2,5-Zügigkeit zugebilligt. Von den Anmeldungen zum Schuljahr 2008/2009 kämen an der Fährmann-Schule ein Zug, an St. Marien drei Züge zustande. Von den 69 angemeldeten Schüler sind aber nur 39 katholisch.

Die Schulsanierung durch Prosa geht bisher von einer Auslastung von 4,5 Zügen aus. Eine Sanierung in diesem Rahmen kostet rund 3,8 Millionen, das Lehrschwimmbecken käme mit 1,1 Millionen hinzu. Neubaukosten als Erweiterung des vorhandenen Ogata-Neubaus betrügen – je nach Größe – 2,6 bis 3,3 Millionen Euro. Das Schuldezernat fragt sich jetzt, ob ein 4,5-zügiger Schulbetrieb überhaupt noch sein müsse.

  • Der Kiesabbau – hier die Hülskens-Abgrabung
    „Die heimischen Rohstoffe sind unverzichtbar“ : Kiesfirmen mahnen zur Sachlichkeit
  • Baudoins Bruder Bart an der Gitarre
    Kultur in Moers : Erinnerungen an ein Moerser Original
  • Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten
    Corona-Pandemie im Kreis Wesel : Weiterer Covid-19-Patient gestorben

Die Verwaltung hat jetzt mehrere Varianten für Alternativen zu heute entwickelt: Sukzessive Auflösung der Willi-Fährmann-Schule mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 und zwei- oder dreizügigem Neubau der St. Marien-Schule. Oder sukzessive Auflösung der St. Marien-Schule mit zwei- oder dreizügigem Neubau der Willi-Fährmann-Schule. Wenn keine dieser Maßnahmen ergriffen würde, gäbe es ab 2011/2012 auf Dauer eine Überkapazität in der Größe eines gesamten Zuges. Eine weitere Variante wäre die Zusammenlegung beider Schulen, wobei die zukünftige Schulart – Gemeinschaftsgrundschule oder Bekenntnisgrundschule – bestimmt werden müsste. Die Voten der Schulkonferenzen werden im Ausschuss am 21. April diskutiert.

(RP)