Schulen in Moers: Politik fordert Qualitätskontrolle für den Schwimmunterricht

Schulen in Moers : Politik fordert Qualitätskontrolle für den Schwimmunterricht

Warum werden die für die Schulen reservierten Schwimmzeiten in Moers nicht genutzt? Um belastbare Antworten und Erkenntnisse zu gewinnen, hat die Stadt Fragebögen an alle Moerser Schulen verschickt.

Wie gut können Schüler schwimmen? Können sie überhaupt schwimmen – oder sich zumindest über Wasser halten? Wie oft findet Schwimmunterricht in der Schule eigentlich statt? Und: Reichen die Zeiten, die die Stadt den Schulen dafür in ihren Bädern zur Verfügung stellt, aus? Oder werden diese am Ende gar nicht genutzt, so wie es Dirk Hohensträter beobachtet hat? „Rund 50 Prozent der für die Schulen reservierten Schwimmzeiten werden in Moers nicht genutzt“, sagt der Geschäftsführer der Enni Sport & Bäder. Die Frage wäre: Warum ist das so? Um belastbare Antworten und Erkenntnisse zu gewinnen, hat die Stadt Ende Juni zwei Fragebögen an alle Moerser Schulen verschickt. Im ersten geht es um das Thema Schwimmen, im zweiten um die Fähigkeiten der Schüler in Bezug aufs Radfahren.

Hintergrund ist ein bereits im Februar gestellter Antrag des Bündnis für Moers (SPD, Grüne, Grafschafter) auf Einführung zweier Kampagnen zur Vermittlung von Kernkompetenzen beim Schwimmen und Radfahren. „Wir planen in Kooperation mit Vereinen und Organisationen bekanntlich eine lokale Kampagne – und das schon seit einiger Zeit“, erklärt Claus Peter Küster, Chef der Fraktion „Die Grafschafter“. „Unser Ziel ist es, zeitnah dafür zu sorgen, dass Kinder, die in Moers die Grundschule verlassen, garantiert schwimmen und sicher radfahren können. Da die Landesregierung jetzt einen neuen Aktionsplan ,Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen 2019 bis 2022’ aufgesetzt hat, würden wir gerne wissen, in wie weit das Land unsere Kampagne in Bezug aufs Schwimmen dauerhaft finanziell unterstützen kann.“ Vielleicht, sagt Küster,  werde Moers ja auch Modellkommune. Recherchieren soll die Verwaltung auf Wunsch von SPD und Grafschaftern auch, ob und wo Modellprojekte zur Privatisierung des Schwimmunterrichts erfolgreich umgesetzt wurden. Dabei, sagt Küster, gehe es darum, Rahmenbedingungen für ein Moerser Modell zu sondieren, das der Stadt erlaubt, den Schwimmunterricht für Grundschüler auf eine städtische Tochter, in diesem Fall die Enni Sport & Bäder, zu übertragen, wobei das Land im Idealfall die Kosten für den Schwimmunterricht zeitlich unbefristet übernimmt.

Von Seiten der Enni Sport & Bäder sei dem Bündnis gegenüber bereits die Bereitschaft erklärt worden, sich dabei konstruktiv einzubringen und gegebenenfalls an einem Modellprojekt für Moers zu beteiligen, heißt es in einer Anfrage an den Bürgermeister. Dass sich etwas ändern muss, sieht Bäder-Chef Dirk Hohensträter in der Tat so. Im Gespräch   schlug er 2018 vor, sich am Beispiel der Stadtstaaten zu orientieren und Schwimmunterricht auszugliedern. „Wenn die Organisation zum Beispiel den Badbetreibern obläge, könnten die nicht nur für eine entsprechende Infrastruktur, sondern auch für ausgebildetes Personal sorgen. Das würde die Schulen entlasten, ansetzen muss man da aber natürlich beim Land.“ Die Stadt will nun zunächst die Auswertung der Fragebögen abwarten. „Bis Anfang September haben die Schulen Zeit, diese zurückzuschicken“, sagt Stadtsprecher Klaus Janczyk. „Die Ergebnisse sollen dann Mitte September im Schul- und Sportausschuss vorgelegt werden.“

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