Schüler des Grafschafter Gymnasiums entwerfen  Smart City Moers

Grafschafter Gymnasium : Schüler entwerfen Smart City Moers

Es geht um die Energieversorgung der Zukunft: Eine Gruppe des Grafschafter Gymnasiums nimmt an einem Wettbewerb der Deutschen Gesellschaft teil.

Energie – jeder braucht sie. Doch wie soll die zukünftige Versorgung damit aussehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Montag 18 Schülerinnen und Schüler des Grafschafter Gymnasiums im Rahmen eines bundesdeutschen Schulwettbewerbs zur Entwicklung neuer, intelligenter Stromnetze. Ausgeschrieben hat den Wettbewerb die Deutsche Gesellschaft, ein nach dem Mauerfall gegründeter, überparteilicher Verein zur Förderung des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Miteinanders in Deutschland und in der EU. Dabei sind unter dem Titel „Smart Kid? Smart Grid!“ in den nächsten drei Jahren jeweils 20 weiterbildende Schulen eingeladen, im Rahmen der Energiewende neue Ideen für die Nutzung, Verteilung und Vermarktung von Energie zu entwickeln.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Schule an diesem Wettbewerb teilnehmen darf“, sagte Physiklehrer Waldemar Nowak, der bereits im vergangenen Jahr mit einigen Mittelstufenschülern zusammen ein Projekt zur CO2-neutralen Energienutzung am Grafschafter Gymnasium konzipiert hatte. Mit Erfolg. Im Laufe des nächsten Jahres erhält die Schule eine Photovoltaik-Anlage, die seiner Aussage nach in Zukunft mehr als den gesamten Energiebedarf des Gebäudes decken wird.

Aus diesem Erfolg heraus entwickelten die Grafschafter Gymnasiasten unter dem Titel „Smart City“ ein weiteres Projektziel, nämlich auch alle anderen städtischen Gebäude demnächst flächendeckend mit Photovoltaik-Anlagen zu versehen. Die dabei zeitweise anfallenden ungenutzten Energiemengen könnten dann in Form von Wasserstoff gespeichert und über eine Brennzelle zusätzlich den städtischen Fuhrpark mit Elektroenergie versorgen.

„Ein interessantes Konzept“, fanden die bei der Deutschen Gesellschaft für den „Smart Kid? - Smart Grid!“-Wettbewerb zuständigen Stellen und luden das Gymnasium zur Teilnahme ein. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir mit unserem Projekt einen der drei ersten Preise gewinnen könnten, aber eigentlich ist uns die Umsetzung unserer Ideen wichtiger als der Preis“, bekannte die 15-jährige Stephanie Akomeah am Montag während des vom EU-Referenten der Deutschen Gesellschaft, Jan Roessel, geleiteten Workshops. „Stimmt“, bestätigten auch ihre gleichaltrigen Mitschüler Omar Shawahneh und Darian Mohar. Die drei hatten vor einem Jahr schon an dem Projekt „O2-neutrale Schule“ mitgearbeitet und fanden das damals sehr spannend. „Das Ganze hat schließlich auch was mit uns und unserer Zukunft zu tun“, erklärte Omar. „Ja, und ich denke, dass wir da gehört werden. Das zeigt ja schon der Erfolg mit unserer Photovoltaik-Anlage“, ergänzte Darian, bevor sie sich wieder ihrer Workshop-Gruppe anschlossen.

Die diente übrigens weniger dazu, jetzt noch ein weiteres Projekt zu erfinden, sondern das bereits vorhandene noch weiter zu verfeinern und vor allem mit überzeugenden Argumenten für die im nächsten Jahr vorgesehene Präsentation vor einer vierköpfigen Fach-Jury in Berlin zu versehen.

Sollte die Moerser Gruppe dabei den ersten Preis gewinnen, darf sie mit einem Preisgeld von 1500 Euro, einer entsprechenden Anerkennungsurkunde und einem zweitägigen Aufenthalt in der Bundeshauptstadt rechnen.

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