Schüler bauen im Kamp-Lintforter Fab-Lab Fingerprothesen

Kamp-Lintfort/Moers : Schüler bauen im Fab-Lab Fingerprothesen

Beim mehrtägigen Mint-EC-Camp an der Hochschule Rhein-Waal können Schüler in das Fach Medizintechnik reinschnuppern. Die Idee dazu hatte Anja Wollermann vom Gymnasium Rheinkamp in Moers.

Dem Engagements des Moerser Gymnasiums Rheinkamp ist eine viertägige Werkstatt zur Medizintechnik an der Hochschule Rhein-Wall zu verdanken, an der 15 Schüler aus ganz Deutschland teilnehmen. Anja Wollenweber, Biologie- und Physiklehrerin sowie Mint-Koordinatorin am Gymnasium Rheinkamp hatte zusammen mit ihrem Mann die Idee dazu gehabt. Sie entwickelten ein Konzept, stimmten es mit Förderern ab und übernahmen mit dem Gymnasium die Organisation. Förderer sind die Unternehmerschaft Niederrhein, die Initiative ZDI (Zukunft durch Innovation) und das Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft. Auch die Sparkasse am Niederrhein ist dabei. „Das erste Mint-EC-Camp in Kamp-Lintfort trifft den Zeitgeist“, sagte am Donnerstag deren Vorstandsmitglied Bernd Zibell. „Die Schüler können hier ihre Ideen digital und professionell umsetzen.“

Ort des Camps ist das Fabrikations-Laboratorium (Fab-Lab) der Hochschule, mit Laserschneidern, CC-Fräsen und 3D-Druckern. Dort haben die Schüler Fingerprothesen entworfen und gebaut. „Wir haben die Gelenkteile im Internet ausgesucht“, berichtete Veronika Kaaz (16). „Dann wurden sie von 3D-Drucker hergestellt.“ Die Gymnasiastin aus dem oberfränkischen Hof freundete sich schnell mit anderen Teilnehmern an, die im Hotel „Casino im Park“ an der Friedrich-Heinrich-Allee wohnen. Ein Rahmenprogramm eröffnete den Workshop, so lernten die Gäste auch den Kamp-Lintforter Lehrstollen kennen.

Am Donnerstag setzen die Schüler die Gelenkteile zusammen. Sie bestückten die Leiterplatten, die sie mit Lasercuttern ausgeschnitten hatten, installierten kleine Motoren und programmierten die Steuerung. Und sie schauten, wie ihre Fingerprothesen funktionieren, um dann mit William Megill, Professor für Bionik und Robotik, zu diskutieren, wie sie ihre künstlichen Finger verbessern könnten. Am heutigen Freitag besuchen sie die Firma Hodey in Kamp-Lintfort, die unter anderem Prothesen maßanfertigt.

„Ich habe Interesse an Technik gefunden, die Menschen hilft“, sagte Anna-Maria Kötter (17) aus Frankfurt am Main. Beim Wettbewerb „Jugend forscht“ entwickelte sie einen Hut, der blinden Menschen hilft, sich zu orientieren. Nach dem Abitur möchte sie Medizintechnik studieren. Beim Mint-EC-Camp kann sie ihr späteres Studium ein wenig vorwegnehmen.