Neukirchen-Vluyn: Schön und schick in Schale

Neukirchen-Vluyn: Schön und schick in Schale

Zwei Tage lang stand die Kunst rund ums Ei im Mittelpunkt der 15. österlichen Verkaufsausstellung in der Vluyner Kulturhalle. Die zahlreichen Besucher am Wochenende waren vom Angebot begeistert.

Die österliche Verkaufsausstellung, wie sich dieser bei Jung und Alt beliebte Termin bescheiden nennt, hat sich in diesem Jahr ein wenig verändert. Die Ausstellungsflächen von "Kunst rund ums Ei" sind in die oberen Räumlichkeiten der Kulturhalle verlegt worden. Mit einbezogen wurde auch das ortsgeschichtliche Museum. "Die Atmosphäre im Museum macht den Markt noch gemütlicher und ansprechender", erzählte Gisela Sassmann, die österliche Kunst als Bauernmalerei auf der Eierschale verewigt hat.

Lauter kleine Kunstwerke

Gemeinsam mit ihrer Tochter Christine Voge, die niederrheinische Aquarelle auf die Schale bringt, zeigte sie die neuesten künstlerischen Trends rund ums Ei. Denn auch zu modischen Accessoires lassen sich ganz kleine Eier verwandelt. Sie sind das Material, aus denen Gisela Sassmann farbenprächtige Ohrgehänge gearbeitet hat. Edeltraud Wilczek aus Geldern lässt sich bei der Arbeit über die Schultern schauen. Mit Hilfe der oberschlesischen Kratztechnik entstehen im Handumdrehen aus einfach gefärbten Eiern kleine Kunstwerke. Rund zehn Euro kostet dann der österliche Schmuck. "Seit mehr als 50 Jahren mache ich das schon", sagte sie. Erfahrung macht bekanntlich den Meister. "Ei in Ei" nennt Hannelore Luick aus Moers ihre Kunstwerke. Zwei unterschiedlich große und bemalte Eier werden zu einem Kunstwerk vereint. Sie gehörten mit zu den vielen Schönheiten dieser Ausstellung.

Bekannte Gebäudeansichten wie das Schloss Bloemersheim oder das Moerser Schloss machen das ovale Rund zu einem lokalen Souvenir. Mit im Sortiment hatte die Moerserin den Terrassengarten von Kloster Kamp. "Da muss die Anzahl und die Farbe der verschiedenen Bäume schon stimmen. Die Kunden passen auf", erzählte die Künstlerin. Seit vielen Jahren ist die Krefelder Hobbymalerin Ingrid Huchtemann dabei, kennt die Szene und die Stammkundschaft rund ums Ei. Ihre Kunstwerke sind Sammelobjekte. Die Kunst lässt sich auf kleinsten Flächen darstellen. Das Ei eines Zebrafinken reicht beispielsweise schon aus. Zu sehen gab es die unterschiedlichsten Formate in der Kulturhalle. Das genaue Hinsehen lohnte sich bei den über 20 Ausstellern. Klöppel-, Stroh- und Stickkunst begeisterten. Doris Heymann beispielsweise arbeitet mit hauchdünnen Scherenschnitten. Vertreten war in diesem Jahr wieder Roma Fromme-Monsees, die die Weltkarte auf ein Straußenei gebannt hat. Ihr Markenzeichen ist die Kalligraphie, die Schriftkunst. Eine ruhige Hand scheint allen Künstlern eigen zu sein. Wieder mit dabei war Jürgen Brinkmann, der aus unscheinbaren Holzstücken exotische Edelholzeier drechselte.

(RP)