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Schlosstheater will das Moerser Wallzentrum kulturell beleben

Kultur in Moers : Schlosstheater will das Moerser Wallzentrum kulturell beleben

Das Land fördert ein dreijähriges Projekt der Bühnemit 719.000 Euro. Geplant sind Aufführungen und Kooperationen mit dem SCI und der Hochschule Niederrhein.

Das Wallzentrum als Theaterort: Was 2018 mit einer Inszenierung der Nibelungensage („Der Ring“) in dem Moerser Wohn- und Geschäftshaus begann, möchte Schlosstheater-Intendant Ulrich Greb mit dem neuen Projekt „Wallzentrum 2025“ in den nächsten drei Spielzeiten fortsetzen. Unterstützung erhält das Schlosstheater dabei vom Land: Das NRW-Kulturministerium schießt rund 719.000 Euro aus dem neuen Förderprogramm „Neue Wege“ dazu.

„Wir habe schon bei der Arbeit am Ring gemerkt, dass das Wallzentrum ein großes Potenzial an künstlerischen Möglichkeiten bietet“, sagte Greb am Montag. Gleichzeitig soll das Theaterprojekt ein Beitrag zur Diskussion darüber sein, wie das in die Jahre gekommene Wallzentrum attraktiver werden kann. „Wir wollen den Gebäudekomplex mit kulturellen und künstlerischen Mitteln beleben“, sagte Greb.

Das Projekt „Walllzentrum 2025“ bestehe aus drei Modulen. In einem werde man zusammen mit dem Kooperationspartner SCI darüber nachdenken, wie „Orte der Begegnung“ geschaffen werden können. In einem zweiten Modul wird das Wallzentrum zum Aufführungsort, zum Beispiel zur Eröffnung der Spielzeit 2020/21 mit einer Inszenierung von Franz Kafkas „Prozess“ in Kooperation mit Joost van den Branden vom Puppentheater Tieret aus Sint-Niklaas/Belgien. Bereits für das Frühjahr 2020 plant Greb einen theatralischen „Audio-Walk“ durch das Wallzentrum, bei dem das mit Kopfhörern und „Audioguides“ ausgestattete Publikum auf eine künstlerische Entdeckungsreise durch das Gebäude gehen darf. „Wir wollen dabei neue Perspektiven auf die Realität anbieten“, sagt Greb.

Kooperationspartner eines dritten Moduls ist die Hochschule Niederrhein. „Zusammen mit Social-Design-Studenten wollen wir Ideen entwickeln, wie das Wallzentrum als Gebäude interessanter und attraktiver gemacht werden kann“, sagt Greb. „Dabei sind wir auch mit dem Technischen Dezernenten Thorsten Kamp im Gespräch.“ Greb versteht „Wallzentrum 2025“ als Forschungsprojekt und „Work in Progress“. Und: Nichts solle ohne Information und Einverständnis der Bewohner und Eigentümer des Wallzentrums geschehen.

Das Schlosstheater Moers gehört zu insgesamt 15 Bühnen im Land, die Geld aus dem Förderprogramms „Neue Wege“ erhalten. Insgesamt umfasst es in den nächsten drei Jahren ein Volumen von 9,2 Millionen Euro.