Schlosstheater gratulierte der Röhre in Moers

Moers rockt: Schlosstheater schaltet in der Röhre den History-Channel ein

Zum Geburtstag der Kneipe gratulierte das Schlosstheater mit einer „unglaublichen“ und skurrilen Folge des Hörsturzes.  Das Publikum traf auf Uschi Glas und Roy Black.

Stanley Kubrick unterlegte 1968 seinen Film „2001 – A Space Odyssey“ mit dem Beginn der symphonischen Dichtung „Also sprach Zarathustra“. Sollte dieser Streifen doch Geschichte schreiben, um so das Genre des Science-Fiction-Films in eine ganz neue Umlaufbahn zu schießen, genauso wie das gleichnamige Gedicht von Friedrich Nietzsche von 1883 und die Musik von Richard Strauß von 1896 neue Sphären eröffneten.

Die Schlosstheater-Schauspieler Matthias Heße und Patrick Dollas ließen am Mittwoch mit dieser Musik die Geburtstagsfolge aus der Reihe „Hörsturz“ in der Kneipe „Die Röhre“ beginnen. Sie wurde vor einem halben Jahrhundert eröffnet. Der Film „2001 – A Space Odyssey“ weist Parallelen zu der Moerser Kultkneipe auf, der Film „Immer Ärger mit den Paukern“ hingegen nicht. Dieser Film feierte im Geburtsjahr der Röhre eine seiner bundesweiten Premieren im Lichtspielhaus Grafschafter an der Homberger Straße – eine Woche nachdem die Kneipe an der Weygoldstraße eröffnet hatte. So ließen die beiden Schauspieler im „History Channel 2018 – Der Unglaubliche“, wie sie ihren Hörsturz nannten, zwei Planetensystem skurril und abwegig aufeinander knallen, in dem sie den Schlagersänger Roy Black und die Schauspielerin Uschi Glas, die 1968 Protagonisten des Films „Immer Ärger mit den Paukern“ waren, nach der Premiere die Röhre besuchen lassen. Es ist das Aufeinandertreffen der Welt der 68er und der Nicht-68er. „Jeder erzählt heute die Geschichte so, als sei er damals 68er gewesen“, sagt Uschi Glas, alias Matthias Heße, die in grünem Kleid gekleidet ist. „Dabei waren 68er damals in der Minderheit.“ Zusammen mit Roy Black, der ein weißes Jackett angezogen hat, stellt Heße als Uschi Glas den ganzen Abend eine weiße Geburtstagstorte her.

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Zuvor hat er Kacheln auf der Herrentoilette mit dem Spruch „Ich bin net der Roy“ verunstaltet. Dazu passt es, wenn Patrick Dollas zu Beginn des Hörsturzes eine weiße Maske aufzieht, wie 1968 ehemalige Schüler des Adolfinums im Kurzfilm „In Memoriam“, der weit über die Grenze des Niederrheins hinaus für Aufsehen sorgte. Er singt „Wunderbar ist die Welt“, wie der Evergreen „What a Wondeful World“ vor 50 Jahren in die deutsche Schlagerwelt übersetzt wurde, der 1968 von George David Weiss für Louis Armstrong geschrieben worden war. 90 Zuschauer spürten die Energie, die entsteht, wenn zwei unterschiedliche Welten aufeinandertreffen. Mehrfach gaben sie Szenenapplaus, etwa als einer der Schauspieler als Campino in der Röhre auftauchte und erzählte, er sei 1968 als Kind dabei gewesen, als die beiden Filmstars im Moerser Schloss empfangen worden seien. Empfangen wurden die beiden Filmstars wirklich in der guten Stube der Grafenstadt, alles andere ist erfunden, gut erfunden von Patrick Dollas und Matthias Heße an diesem großen Abend zum runden Geburtstag.

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