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Moers: Schlossplatz: Plan auch ohne Terheydenhaus

Moers : Schlossplatz: Plan auch ohne Terheydenhaus

Die Moerser Ratspolitiker können sich den Abriss des derzeit noch denkmalgeschützten Gebäudes durchaus vorstellen.

Für Denkmalschützer ist das zwischen Schloss und Kastellplatz gelegener Terheydenhaus ein Musterbeispiel biedermeierlicher Architektur, das zu Recht in der Liste Moerser Baudenkmäler steht. Der Bund deutscher Baumeister befand dagegen schon vor einigen Jahren, dass das Gebäude eigentlich einer großzügigen Platzgestaltung rings um das Moerser Schloss im Wege steht. Dieser Auffassung haben sich die Mitglieder des Planungsausschusses gestern zumindest angenähert. Auf Vorschlag von Dino Maas (FDP) beschloss der Ausschuss einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, einen Plan für die Neugestaltung des Schlossumfeldes vorzulegen, in dem das Terheydenhaus nicht mehr vorkommt. Das Gebäude, das gegenwärtig vom Schlosstheater genutzt wird, könnte demnach aus der Denkmalliste gestrichen und abgerissen werden.

Nach der Wiedereröffnung des Schlosses, die für den Spätsommer geplant ist, soll im nächsten Jahr die Überplanung des Schlossumfeldes in Angriff genommen werden. Dabei geht es um den eigentlichen Schlossplatz, den Grafschafter Musenhof mit Rosarium, den Theatereingang für das Schlosstheater, die Gestaltung des Schlossinnenhofes sowie die Gestaltung der Fläche zwischen Schlosshof und Parkcafé. Den Planungen liegt die Idee zugrunde, dass Besucher das Schloss ohne Hindernisse umrunden können. Zudem soll der Park besser mit der Innenstadt verzahnt werden.

Im vom Rat beschlossenen Masterplan, in dem das Terheydenhaus noch enthalten ist, sind bereits mögliche Elemente der Neugestaltung genannt worden. So soll in der Sichtachse zwischen Pulverhaus und dem "Henriette"-Denkmal ein neuer Platz geschaffen werden. Schloss und der Vorplatz sollen eine Lichtinszenierung erhalten, Rad- und Fußwege neu angelegt werden.

Für das nächste Jahr sollen erst einmal 30 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Für 2015 sind laut Verwaltungsvorlage 870 000 Euro vorgesehen und für einen weiteren Bauabschnitt ab 2017 1,1 Millionen Euro. Laut Verwaltung kann das Projekt zu 70 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst werden.

Die Neugestaltung des Schlossplatzes steht in engem Zusammenhang mit den Plänen für die Zukunft des Kastellplatzes. Anfang der Woche hatte unsere Zeitung exklusiv berichtet, dass die evangelische Kirchengemeinde sich von ihren Filetgrundstücken zwischen katholischer Kirche und Haagstraße trennen will. Gestern hätte der Planungsausschuss sich in seinem nichtöffentlichen Teil mit dem Fortgang des Bieterverfahrens zur Vermarktung des neuen Rathauses und der umliegenden Immobilien beschäftigen sollen. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Verhandlungen nur noch mit zwei Bietern fortzusetzen. Zudem hatte die Volkshochschule ihre Absicht bekundet, wieder ins alte Landratsamt ziehen zu wollen. Doch die CDU erwirkte eine Vertagung. Es bestehe noch Beratungsbedarf.

(RP/ac)