Moers: Schausteller kämpfen um Frühlingsfest

Moers : Schausteller kämpfen um Frühlingsfest

Der Werbering hat sich als Veranstalter zurückgezogen. Gemeinsam mit der Moers Marketing will nun der Schaustellerverband den "Moerser Frühling" im April auf die Beine stellen. Gelingt das nicht, fällt der traditionelle verkaufsoffene Sonntag aus.

Die Zeit drängt. "Innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen müssen wir Gewissheit haben", sagt Dirk Aberfeld vom Schaustellerverband. Die Anträge für die Durchführung des "Moerser Frühlings" am 7. und 8. April müssen rechtzeitig eingereicht werden, sonst fällt das traditionelle Stadtfest mit verkaufsoffenen Sonntag aus. Der Werbering, zuletzt Veranstalter des Fests, macht nicht mehr mit: Er ist nach internen Querelen, wie berichtet, ohne Vorstand und kämpft - wahrscheinlich vergeblich - um sein Überleben. Gestern hat Aberfeld mit Michael Birr, Chef der Moers Marketing, über eine Zusammenarbeit gesprochen. "Wir haben die Stadtfeste schon früher sechs Jahre lang zusammen mit der Moers Marketing gemacht", sagte er nach der Unterredung.

Noch sei nicht klar, ob das Frühlingsfest finanziell gestemmt werden kann, erläuterte Aberfeld. "Die Kosten liegen bei insgesamt 23.000 bis 24.000 Euro. Die Sondernutzung, Müllentsorgung, DRK, Ordner, Toiletten, Busumleitungen - alles kostet Geld." Allein die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen lägen bei 10.000 Euro." Für Aberfeld ist klar: "Jedes Geschäft, das vom Stadtfest profitiert und am Sonntag öffnet, muss sich mit 30 oder 50 Euro finanziell beteiligen." Auch der Werbering hatte zuletzt Geschäften, die von Stadtfesten profitiert hatten, "Werbekostenzuschüsse" in Rechnung gestellt. Die Zahlungsmoral war aber miserabel. Bei der Jahresversammlung des Werberings in der vergangenen Woche hatte Vorstandsmitglied Klaus Fabritz berichtet, dass nach dem Moerser Herbst im Oktober insgesamt 174 Rechnungen verschickt worden seien, bezahlt worden seien bis bislang aber lediglich 78. Für Aberfeld ist deshalb klar: "Wir müssen einen Weg finden, damit die Geschäftsleute vorher zahlen."

Foto: Dieker Klaus

Michael Birr wollte sich gestern noch nicht darauf festlegen, ob und in welcher Weise die Moers Marketing sich beim Moerser Frühling einbringt. Er sprach von ersten "Sondierungsgesprächen" mit den Schaustellern. Er stellte allerdings klar, dass die Moers Marketing auch in den vergangenen Jahren im Auftrag des Werberings die formale Planung und das Sicherheitskonzept der Stadtfeste erstellt habe. "Wir machen das als Dienstleister gerne für andere Veranstalter." Sofern die Bezahlung stimmt, versteht sich. Auch Birr betonte, dass der Einzelhandel bei der Finanzierung der Stadtfeste gefordert sei. Zwar gebe es einige Sponsoren, auf die Verlass sei, wie das Modehaus Braun, Saturn oder die Sparkasse. "Wir müssen die Finanzierung aber breiter aufstellen." Zu bedenken sei auch, dass der Beitrag für jeden Einzelnen umso kleiner werde, je mehr Leute sich an der Finanzierung beteiligen. Birr: "Hier ist die Solidarität im Einzelhandel gefragt, sich für den eigenen Standort zu engagieren."

Dirk Aberfeld wies daraufhin, dass das Kamp-Lintforter Frühlingsfest in diesem Jahr wegen eines "Vakuums" beim dortigen Werbering ausfällt. Dies eröffne in Moers gute Chancen, eine besondere Auswahl an Ständen und besonders viel Publikum in die Stadt zu holen.

Eins sei allerdings klar, betonte Michael Birr: "Ohne Stadtfeste wird es künftig nach der derzeitigen Rechtslage in Moers auch keine verkaufsoffenen Sonntage mehr geben."

(RP)
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