Moers: Rotarier sorgen für sauberes Grundwasser in Moldau

Moers: Rotarier sorgen für sauberes Grundwasser in Moldau

Die Regionalgruppe Kamp-Lintfort/Grafschaft Moers hat das Projekt im Dorf Copceac selbst initiiert.

Die Republik Moldau ist ein armes Land. Die ehemalige Sowjetrepublik liegt mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1901 US-Dollar pro Kopf noch hinter Staaten wie dem Sudan oder Dschibuti auf dem weltweit 143. Platz. Besonders schwer ist die Lage im Süden des Landes. Dort, in der Provinz Gaugasien, liegt mit seinen knapp 10.000 Einwohnern das Dorf Copceac. Seit 2007 engagiert sich der gemeinnützige Rotary Club Kamp-Lintfort/Grafschaft Moers vor Ort.

"Der Erstkontakt kam über einen Vortrag von Edith Catrein-Diering zustande", erklärt Club-Mitglied Joachim Reuter. Die Ex-Schulleiterin der Alpener Realschule hatte über einen Lehreraustausch freundschaftliche Beziehungen nach Copceac geknüpft und seitdem das Dorf auf eigene Faust unterstützt. Schnell waren sich die Rotarier einig, dass auch sie in der Region helfen wollten. Kurz darauf stemmte Reuter schon ein erstes Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität, bald darauf folgte ein neues Toiletten-System für die Grundschule. Schließlich plante Reuter die Königsaufgabe: ein neues Abwassersystem.

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"Ich habe sehr viel geworben und schließlich mit befreundeten Rotariern aus Deutschland und Belgien das Kernteam gebildet", berichtet Reuter. Neben den Zuwendungen der Ortsgruppen beteiligte sich auch die übergeordnete Rotary Foundation. Über 110.000 Euro kamen zusammen. Mit Hilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung konnte schließlich das 450.000-Euro-Projekt realisiert werden. In enger Zusammenarbeit mit den Kräften vor Ort realisierten die Rotarier eine mechanische und biologische Kläranlage und kilometerlange neue Kanalsysteme. "Weniger als 30 Prozent der Haushalte in der Republik Moldau haben einen Anschluss an ein Kanalnetz und bei noch weniger endet der Kanal bei einer funktionierenden Kläranlage", sagt die Deutsche Botschafterin Julia Monar zur Einweihung die Besonderheit der Anlage.

Während zu Beginn der Rotarier-Aktivitäten nur acht Haushalte in Copceac ans Kanalnetz angeschlossen waren, sind es nun bereits nahezu 100.

(mlat)