Rockabilly Moersquake lässt das Bollwerk beben

Rockabilly Festival in Moers: Moersquake lässt das Bollwerk beben

Im siebten Jahr trifft sich die Rockabilly-Szene beim Moersquake-Festivals am Bollwerk 107 und gehört unter Kennern zu den bedeutendsten Treffen. Zwischen Oldtimern und US-Essen bringen die sieben Bands den Saal zum Kochen.

Im siebten Jahr trifft sich die Rockabilly-Szene beim Moersquake-Festivals am Bollwerk 107. Das Event in Moers gehört unter Kennern zu den bedeutendsten Treffen. Zwischen Oldtimern und US-Essen bringen die sieben Bands den Saal zum Kochen.

Zu Beginn der 1950er Jahre entwickelte sich in Großbritannien eine der bis heute lebendigsten und beständigsten Szenen unserer Zeit: Der Teddyboy sollte eine Protestbewegung gegen das Proletariat werden und machte durch die Kleidung und Musik der Anhänger auf sich aufmerksam.

Die Anhängerschaft applaudierte den Bands. Foto: K. Dieker

Mit schicken Anzügen als Zeichen gegen die Oberschicht, hochgegelten Haaren und Musik aus Übersee, wurde eine Subkultur errichtet, die bis heute Bestand hat. Zeitgleich wurde in Amerika mit dem Rockabilly ein neuer Musikstil erschaffen: Junge Musiker vermischten Dark Rhythm'n'Blues mit Elementen des Country - die Urform des Rock'n'Roll war geboren.

Und genau um diese Urformen geht es den Veranstaltern und Besuchern des Moersquake. Sie leben das Rockabilly-Leben und verkleiden sich nicht bloß für ein paar Tage im Jahr, um bei solchen Veranstaltungen aufzufallen.

"Wir freuen uns über jeden, der mal in unsere Szene und die Musik hineinschnuppern möchte. Aber bitte kommt unverkleidet. Ein paar Tage vorher ein Kleid mit Punkten zu bestellen, ist nicht authentisch und wirkt albern. Also kommt einfach, wie ihr seid und genießt die gute Stimmung," sagt Gründer Arno Susen.

Spaß und Energie lebten die Musiker auf der Bühne aus. Foto: Dieker Klaus

2011 hatten er und sein Kumpel Dirk Engelmann die Idee, das Rockabilly-Lebensgefühl nach Moers zu bringen. "Wir sind auf der ganzen Welt unterwegs, um an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Es war aber auch mal an der Zeit für ein Festival vor unserer Haustür," beschreibt der Moerser die Anfänge.

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Mit dem Bollwerk 107 wurde das Rockabilly Moersquake geboren, was 2012 seinen Einstand feierte. Und das mit Erfolg: Am Samstag und Sonntag traf man sich im bereits "verflixten siebten Jahr", so die Veranstalter.

Auch das Bollwerk ist froh um die Erweiterung ihres Angebots. Pressechefin Katja Roters, ist die Auslebung der Vielfalt ganz wichtig: "Wir arbeiten unter dem Motto: Das Bollwerk ist ein Ort für alle und jeder darf hier Musik neu entdecken."

Am Wochenende kamen so Anhänger der Szene und auch "Normalos" aus Moers waren unter den Gästen. Während der Freitag als Warm-up-Tag gilt und von den Besucherzahlen nicht mit denen am Samstag mithalten kann, war letzterer mit rund 400 Gästen sehr gut besucht. Bands aus Deutschland spielten, aber auch Vertreter aus Belgien, der Schweiz und Großbritannien waren zugegen.

"Wir sind mit all den Bands bekannt, die hier bei uns spielen und freuen uns über die gute Annahme. Musiker einzuladen, ist allerdings nicht immer uneigennützig: Die Briten Jack Rabbit Slam, zum Beispiel, haben wir selbst noch nie spielen gesehen und wir freuen uns auf ihren Auftritt. So müssen wir nicht nach England fahren", sagt Arno Susen lachend. Die Band mit ihrem "Sleaze-A-Billy"-Klang um Frontmann Robert Buffoy brachte den Saal zum Glühen.

Am Ende zogen Veranstalter, Besucher und Bands ein positives Feedback. Wurde bis 2017 noch ein Markt auf dem Platz vor dem Bollwerk veranstaltet, wollte man sich jetzt mehr auf die Musik konzentrieren. Laut den Verantwortlichen habe dies gut funktioniert. Auch die Bands waren hellauf begeistert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So war das Moersquake 2018

(lcon)