Rheurdt: Schweinezüchter stirbt bei Arbeitsunfall in Kengen

Todesfall in Rheurdt: Schweinezüchter gerät in Maschine - offenbar kein Fremdverschulden

Ein 56-jähriger Schweinezüchter ist in Rheurdt ums Leben gekommen, als er an einer defekten Maschine arbeitete. Nun ermittelt die Polizei. Warum sprang das Gerät plötzlich an?

Der Todesfall auf einem Hof in Kengen beschäftigt weiter die Ermittler. Die Polizei hat ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Es handle sich um kein Strafverfahren, teilte am Mittwoch die Kreispolizei auf Anfrage mit. Ein Strafverfahren könne aber eingeleitet werden, wenn sich herausstellen sollte, dass ein Fremdverschulden vorliegt.

Zu dem Todesfall war es am Dienstag kurz vor 18 Uhr gekommen, als ein 56 Jahre alter Mann zusammen mit einem Mitarbeiter (37, Wachtendonk) eine defekte Futtermischmaschine in einer Halle reparierte. Der 56-Jährige Kerkener befand sich in der Maschine, als diese ansprang. Gegenstand der Ermittlung war am Mittwoch noch, wie es dazu kommen konnte. Der Mitarbeiter des Schweinezüchters trug schwere Verletzungen davon. Unklar war zunächst, ob er sich ebenfalls in der Maschine befunden hatte oder verletzt wurde, als er dem anderen helfen wollte.

Gegen Mittag teilte die Polizei mit, dass der Mitarbeiter vermutlich ebenfalls in der Maschine war. Nach Berichten von Augenzeugen soll der verletzte Mitarbeiter aus der Halle gerannt sein und um Hilfe gerufen haben. Mädchen eines benachbarten Pferdehofs hätten dann die Rettungskräfte verständigt.

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Futtermaschine fasst fünf Tonnen

Der Vorfall ereignete sich in einem verpachteten Schweinezuchtbetrieb, der zu einer größeren Hofanlage gehört. 2006 verlegten sich die Besitzer ganz auf die Haltung von Pferden, die Schweinezucht vermieteten sie an die Familie des jetzt ums Leben gekommenen 56-Jährigen. Wie der Betreiber des Pferdehofs am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion erklärte, handelt es sich bei der Futtermaschine um einen fünf Tonnen fassenden großen Behälter mit einem Rührwerk. Er widersprach Berichten, nach denen der 56-Jährige in einer "Zerkleinerungsmaschine" ums Leben kam: "Da wird nichts zerkleinert."

Die Feuerwehr wurde am Dienstag um 17.54 mit dem Stichwort "Person in Maschine eingeklemmt" alarmiert. Die Löschzüge aus Rheurdt und Schaephuysen rückten mit 42 Einsatzkräften, zwei Rettungswagen und einem Notarzt aus. "Wir haben die Leiche aus der Maschine geborgen und die Erstversorgung des verletzten Mannes übernommen", berichtete der Rheurdter Wehrleiter Markus Jansen. "Solche Einsätze sind psychische extrem belastend", sagte Jansen. Diakon Herbert Thielmann sei als Notfallseelsorger mit vor Ort gewesen. Bei Bedarf stehe für die Aufarbeitung des Erlebten auch Pfarrer Norbert Derrix als Notfallseelsorger und Mitglied der Feuerwehr bereit.

(RP)