Moers: Rheinpreußenstadion soll zum Bürgerpark werden

Moers: Rheinpreußenstadion soll zum Bürgerpark werden

Ist ein Stadtteil erst einmal in Verruf geraten, geht es mit ihm immer weiter bergab. Solvente Mieter ziehen weg, Geschäfte verschwinden, Häuser werden nicht mehr gepflegt, das nachbarschaftliche Miteinander gerät in Schwierigkeiten.

Solch eine Entwicklung beginnt oft schleichend, kann aber, wenn man ihr frühzeitig entgegenwirkt, verhindert werden. Im Moerser Stadtteil Meerbeck geschieht das zurzeit. Auf Initiative des SCI und der Wohnungsbau Stadt Moers wurde unter dem Titel "Neu: Meerbeck Stadtteil der Vielfalt" ein Handlungskonzept für den Bereich der ehemaligen Bergarbeitersiedlung, sowie Meerbeck-Ost und Teile von Hochstraß erarbeitet. In der Gaststätte Meerbecker Hof wurde es jetzt öffentlich präsentiert. SCI-Geschäftsführer Karl-Heinz Theußen erläuterte gut 90 Minuten lang die Schwerpunkte des Konzeptes und nahm anschließend diverse Ergänzungsvorschläge und Spezifizierungsanträge entgegen.

Meerbeck, so wurde dabei deutlich, ist ein Stadtteil mit einem sehr lebendigen multikulturellen Leben, hat aber einige erkennbare Probleme. Zum Beispiel die in den vergangenen Jahren zunehmenden Geschäftsleerstände, die große Langzeitarbeitslosigkeit, der extrem hohe Anteil von Nichtdeutschen und Doppelstaatlern in der ehemaligen Bergbausiedlung und einige auffällige bauliche Mängel. All das könne langfristig zu einer sozialen Stigmatisierung des Stadtteils führen, die - einmal vorhanden - später nicht mehr so leicht wieder abzubauen sei, erklärte Karl-Heinz Theußen. "Deswegen ist es dringend erforderlich, hier schon im Vorfeld mit diversen städtebaulichen und sozialen Maßnahmen gegen zu lenken." Die in dem neuen Konzept dafür vorgeschlagenen Maßnahmen wurden in zahlreichen Gesprächen mit den Bewohnern, sowie in drei Bürgerworkshops zusammengetragen und durch Vorschläge einer Gruppe von Bau- und Sozialfachleuten ergänzt.

So lautet ein Vorschlag, das zurzeit wenig genutzte Rheinpreußenstadion an der Barbarastraße zu einem sozialen Mittelpunkt für unterschiedliche Veranstaltungen und Bürgeraktionen zu machen. Des Weiteren sollen die schon jetzt regen Angebote des interkulturellen Netzwerkes 55plus weiter gefördert, der Neubau von altengerechten Wohnungen forciert und die derzeitigen Ladenleerstände durch eine Förderung von Gewerbeneugründungen gemildert werden, um nur einige der zahlreichen Vorschläge zu nennen.

Das Handlungskonzept wird als Grundlage für kommende sozial- und finanzpolitische Entscheidungen in die Kommunal- und Landesgremien gehen.

(lang)
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