Rheinkamper Schüler zeigen abgespeckte "Horror Show"

Theater: Rheinkamper Schüler zeigen „The wildest Show in Town“

Das Soon-Musiktheater bringt eine abgespeckte, mitreißende Version der „Rocky Horror Show“ auf die Bühne.

Elf Schauspieler, 13 Tänzerinnen, und 24 Musiker, dazu unzählige Helfer für Lichttechnik, Sound, Bühnenbau und Kostüme. Mit diesem gewaltigen Aufgebot präsentierte das „Soon-Musiktheater“ des Moerser Gymnasiums Rheinkamp am Dienstagabend seine diesjährige Bühnenpremiere „The wildest Show in Town“ in der bis auf den letzten Platz voll besetzten Rheinkamper Kulturhalle.

Es war die erste von insgesamt drei Vorführungen des Stückes. Doch von Lampenfieber war weder zu Beginn noch im Verlaufe des Abends auch nur das Geringste zu spüren. Wer nicht gewusst haben sollte, dass er sich in einer Schüleraufführung befand, hätte wahrscheinlich keinen Unterschied zu einer professionellen Aufführung bemerkt. So perfekt war alles. Das musste es aber auch sein, denn „The wildest Show in Town“ war nichts anderes als eine Variante des seit seiner Erstaufführung 1973 in London wohl meistgespielten Kultmusicals „The Rocky Horror Picture Show“. „Wir haben unser Stück bewusst anders genannt, weil es eben nicht das Original ist“, erklärte der langjährige musikalische Leiter des Moerser „Soon Theaters“ Oliver Trefzer, im Anschluss an die Aufführung, nachdem der begeisterte Applaus im Saal und die Zugabe auf der Bühne verklungen waren.

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Die beiden Hauptakteure Janet und Brad kommen – wie im Original – während eines Gewitters mit ihrem Auto vom Weg ab und landen auf der Suche nach Hilfe in einem Schloss, dessen Besitzer, der schrille Transvestit Frank’N’Furter, mit seinen Freunden eine irrwitzige Party feiert. Und ebenso geraten sie dabei in eine Welt, in der sie ihre biederen Ansichten von Ehe und Treue nicht mehr lange aufrecht erhalten können. Doch das geschieht eben eher in einer zeitlich gerafften Form. Nachdem Janet von Frank’N’Furter verführt und dann auch Brad in einer eindeutigen Umarmung mit ihm erwischt wird, erwacht in ihr eine nie gekannte erotische Lust, die sie wenig später mit dem von Fran’N’Furter geschaffenen Kunstmenschen Rocky weiter austobt. Ihr sehnsuchtsvolles Lied „Touch me“ fehlte auch in der Soon-Ausgabe des Musicals nicht. Das galt gleichermaßen für „Let’s do the time Warp again“, dem bekanntesten Tanz-Song des Musicals, der von einer 13-köpfigen Gruppe in heißen Korsagen und Netzstrümpfen effektvoll in Szene gesetzt wurde. Am meisten beeindruckte jedoch die Wandlung der naiven, dann immer erstaunter werdenden und schließlich hemmungslos erotischen, von Marie Johanna Janßen gespielten Janet.

Wie die Ereignisse auf dem Schloss enden und welche Bedeutung Janet’s erotische Wandlung für ihre Beziehung zu Brad bedeutet, dürfen die Besucher der dritten Aufführung heute, 12. Juli, ab 19.30 Uhr im Rheinkamper Kulturzentrum, Kopernikusstraße 9, erleben. Der Eintritt kostet zehn Euro für Erwachsene und sechs für Schüler.

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