Repelener Orgel soll im Advent wieder spielen

Moers: Repelener Orgel soll im Advent wieder spielen

Die Renovierung des Instruments in der Dorfkirche kommt gut voran. Es werden weiterhin Spender und Pfeifenpaten gesucht.

Marius Kehrmann hat ein Gespür dafür entwickelt, Patenschaften für Orgelpfeifen an den Mann oder die Frau zu bringen. „Die Wünsche sind sehr verschieden“, sagt der Organist der Repelener Dorfkirche. Er hat für alle Interessenten auf einer Tafel Angebote parat: die Patenschaft für eine kleine Pfeife – 20 Euro, für eine mittlere 50, für eine mittelgroße 100, für eine große 150 Euro. Wer einen beliebigen Betrag darüber hinaus gibt, wird Pate einer von 39 Pfeifen im Prospekt. „Die Spendenbereitschaft ist toll“, freut sich Kehrmann. „Die Orgel und die Kirchenmusik in der Dorfkirche sind den Menschen wichtig. Mehr als die Hälfte der 100.000 Euro sind bereits zusammengekommen.“

Die Renovierung der 1963 eingebauten Orgel geht gut voran. Im Juli wurde sie von Mitarbeitern der Firma Weimbs Orgelbau auseinander gebaut. Seitdem liegen 1145 Pfeifen verpackt in Kisten, wenn sie nicht nach Hellenthal in der Eifel zur Reparatur geschickt wurden. Am Sitz der Weimbs Orgelbau werden defekte Pfeifen wieder spielbar gemacht.

Parallel dazu entwickelt Junior-Geschäftsführer Frank Weimbs eine digitale Technologie, die die bisherige Elektronik mit vielen Kabeln und Spulen ersetzt, die nicht mehr den Vorschriften des Brandschutzes entsprachen und zu ersetzen waren. „Bislang habe ich vom Spieltisch die Magnete einzeln angesteuert, die die Windzufuhr zu den Pfeifen regeln“, erzählt Kehrmann. „Jetzt erhalten sie ein digitales Signal. Dadurch ist nur noch ein Kabel notwendig.

Frank Weimbs und Kehrmann stehen in ständigem Kontakt. „Zwei oder dreimal in der Woche sprechen wir miteinander“, erzählt der Organist. „Meist geht es um kleine Änderungen. Die digitale Technologie ist für Weimbs Orgelbau neu.“ Voraussichtlich im September beginnen Weimbs-Mitarbeiter, die gereinigten und reparierten Pfeifen wieder einzubauen. Im Oktober will Seniorgeschäftsführer Friedbert Weimbs nach Repelen kommen, um die Orgel zu intonieren, also klanglich an den Kirchenraum anzupassen. „Wir haben die Zeiten großzügig angesetzt“, sagt Kehrmann. „Die Arbeit an einer Orgel ist individuell und lässt sich nicht wirklich planen.“

Am 2. Dezember um 11 Uhr, im Gottesdienst zum ersten Advent, soll die renovierte Orgel zum ersten Mal erklingen. Bis dahin begleitet Marius Kehrmann den Kirchengesang auf einem Flügel – wenn er nicht für Spenden und Patenschaften wirbt. Einmal habe er eine Dis-Pfeife einem im positiven Sinne „schrägen Typen“ vermittelt, sagt er schmunzelnd. Und einmal zwei Pfeifen im Oktav-Abstand an eine Mutter und ihre Tochter. „Eine Orgel ist individuell, wie Spender und Stifter“, sagt er.

Kontakt und Information: Pfarrer Thorsten Kämmer, 02841 76637, kaemmer@kirche-repelen.de, Pfarrer Uwe-Jens Bratkus-Fünderich, 02841 71923, bratkus-fuenderich@kirche-repelen.de. Spendenkonten „Orgelspende“:Sparkasse am Niederrhein, IBAN DE24 3545 0000 1130 0009 44, Volksbank Niederrhein, IBAN DE42 3546 1106 1712 2360 15.

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