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Moers: Renaturierung an der Aumühle beginnt

Moers : Renaturierung an der Aumühle beginnt

Die Lineg möchte die Durchgängigkeit des Moersbaches wiederherstellen. Deswegen baut sie an der Aumühle Fischtreppen. Das dient nicht nur dem Naturschutz sondern auch dem Hochwasserschutz.

Die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (Lineg) hat damit begonnen, den Moersbach an der Aumühle zu renaturieren. Bis zum Frühjahr 2015 sollen der Aubruchkanal und der Moerskanal zum Zweck der ökologischen Durchgängigkeit umgestaltet werden. Gerade wird das Gelände rund um die Aumühle an der Venloer Straße für den Bau vorbereitet. Die Kosten für dieses Projekt betragen 340 000 Euro, 80 Prozent davon übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Die Firma Erwa Niederrhein aus Brüggen baut im Auftrag der Lineg.

Die Pläne, die ökologische Durchgängigkeit wiederherzustellen, gehen auf das Jahr 1997 zurück. Damals hatte die Lineg zusammen mit der Wasserbehörde des Kreises ein Konzept erarbeitet, um den Moersbach von der Quelle bis zur Mündung zu renaturieren. Dazu wurden an unterschiedlichen Stellen - etwa in Rheinberg, Repelen und Moers, wo ein durchgängiger Fluss unterbrochen war - zahlreiche Baumaßnahmen beschlossen. Ziel der Maßnahmen ist es, dass Fische das Gewässer barrierefrei passieren können, und die durch Landwirtschaft, Siedlungs- und Bergbau und vorgenommen Veränderungen dem ursprünglichen Flussverlauf wieder anzupassen.

"Das Konzept dient nicht nur dem Naturschutz, sondern auch dem Hochwasserschutz. Denn Gewässer brauchen Platz", sagt Susanne Leese-Bartram, die den Plan maßgeblich mitentwickelt hat. Leese-Bartram arbeitet seit fast 30 Jahren als Ingenieurin für Landespflege bei der Lineg. Dort ist sie für die Planung des naturnahen Gewässerausbaus zuständig.

Am Aubruchkanal sollen zwei Umgehungsgerinne und eine Sohlgleite gebaut werden. Damit in Zukunft die Fische den Moersbach wieder komplett durchqueren können, soll am Bettenkamper Meer im Bereich der Stauanlage für die Fische das erste Umgehungsgerinne gebaut werden. "Das ist wie eine Treppe für Fische", erklärt Leese-Bartram. Einige 50 Meter weiter soll die Sohlschwelle in eine Sohlgleite umgebaut werden. Sohlschwellen überbrücken den Wasserverlauf, wenn sich der Boden gesenkt hat. "Durch Abpumpen des Grundwassers für den Bergbau haben sich an einigen Stellen im Flussbett Bodensenkungen ergeben", erklärt die Ingenieurin. Doch Sohlschwellen haben den Nachteil, dass Fische und andere schwimmende Tiere diese nicht überwinden können. Eine Sohlgleite ermöglicht mit einem geringen Gefälle von etwa 1:25 eine leichte Steigung, die Fische passieren können. "An dieser Stelle gestalten wir auch den Uferbereich neu und werden ihn auch bepflanzen."

Die aufwendigste Maßnahme sei aber das Umgehungsgerinne an der Aumühle, um Aubruchkanal und Moerskanal miteinander zu verbinden. "Wir trennen durch Betonfertigteile den Mühlenteich vom Fließgewässer", erklärt Leese-Bartram. Der Mühlenbach soll aber weiter mit Wasser aus dem Moerskanal gespeist werden. "Wir können sogar das Mühlenrad zu Schauzwecken betreiben."

Wenn die Änderungen im Frühjahr abgeschlossen sind, können Fische und andere Kleinlebewesen den Moersbach ohne Hindernisse durchqueren. "Der Moersbach war ursprünglich mal ein Aalgewässer", erklärt die Lineg-Ingenieurin. "Viel mehr kann man in einem so nutzungsintensiven Raum auch nicht mehr machen."

(RP)